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Kärnten/Klagenfurt: Wandern, Wedeln, Wohlfühlen
Österreich ist ein wahres Wellnessparadies – kein Schmarrn! Und weil es nicht weit weg liegt, liegt es nahe, einfach mal drei Tage auszusteigen und sich ein Genusswochenende im Gebirge zu gönnen.
Seen, Tannenwälder und Häuser mit dampfenden Schornsteinen wie übereinander gestapelt am Hang, beschützt von einer beeindruckenden, bunten Bergwelt - im Oktober zeigt sich Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs, von seiner schönsten Seite: im Herbstkleid. Die Sonne strahlt schon in aller Herrgottsfrüh über der Hauptstadt Klagenfurt und heißt Gäste herzlich willkommen. Ich schlendere über den „Neuen Platz“, wo Skater Kunststücke rund um das Wahrzeichen Klagenfurts, dem ‚Lindwurm’, einüben. In der Altstadt herrscht Trubel; es ist Bauernmarkt und Händler preisen lauthals ihre Ware an: frisches Brot, Obst, Gemüse, Honig, Kunsthandwerk und jede Menge Schnäpse und Liköre, die aus den Überbleibseln der Obsternte hergestellt werden. Ich lasse es mir nicht nehmen, zum Mittag schon eine Runde Most zu trinken. Danach geht’s leicht beschwipst durch die romantische Altstadt, wo statt verstaubter Trachtenläden und rustikaler Eichenholzkneipen moderne Boutiquen und schicke Bars ihre Türen öffnen. Klagenfurt ist kein altbackenes Musikantenstadl, sondern eine mediterrane Stadt mit Renaissancebauten italienischer Baumeister, gut gefüllten Straßencafés und idyllischen Arkadenhöfen.
Nach einem kurzen Abstecher zum Wörthersee, der sich wie ein blauer Teppich vor mir ausbreitet, geht’s zum Domizil, das in dem Bergdörfchen Bad Kleinkirchheim liegt, etwa 50 Kilometer von Klagenfurt entfernt: Ein gemütliches Familienhotel, eingebettet in die Nockberge. Gottverlassen. Nichts als glotzende Kühe und Giganten-Gipfel, die den Himmel küssen.
Später dann Relaxprogramm im Römerbad: Endlich! Die Wellnessoase in Bad Kleinkirchheim ist gut besucht. Am Eingang lese ich den Werbeslogan: „Einfach abtauchen und wohl fühlen“. Sauna, Solarium, 33 Grad heißes Thermalwasser - mit Sprudel, ohne Sprudel, Innenbecken und Außenbecken. Wasserfall, Wasserrutsche, Sonnenterrasse und so weiter und so fort. Zum Abendtarif (3 Stunden vor Badeschluss) gibt’s Verwöhnung für 9,30 €. Ein fairer Kurs.
Ich lasse ordentlich Dampf ab. Schwitzen für die Schönheit. Schwerelos im Außenpool dümpeln. Südensonne saugen. Beine hoch, Lider runter. Die Seele Gassi führen. Relaxen. Alles wird plötzlich soooooo schweeeer. Ich träume von Heidi und Peter und Alm-Öhi. Von lila Kühen und plätschernden Gebirgsbächen, dampfenden Schupfnudeln, fliegenden Schafen und saftig grünen Wiesen. Die Welt ist in Ordnung. Krönender Abschluss des Tages ist eine Ganzkörpermassage, die man allerdings extra zahlen muss (27 €). Eine freundliche Dame Mitte 40 knetet mit festem Griff den gelockerten Leib und bringt Ordnung ins Skelett. Danach bin ich bereit zu Höhenflügen. Ich könnte Berge versetzen! Gipfel erklimmen. Doch das muss bis morgen warten.
Von der Wellnessoase ins Wintermärchen. Ich nehme den Bus nach Flattach am Fuße des Mölltaler Gletschers, mit 3.000 Metern Seehöhe die höchstgelegene Wintersportregion Kärntens. Dort liegt im Oktober schon Schnee und die Pisten sind noch nicht so überfüllt.
Die längste Tunnelbahn der Welt befördert mich zur Mittelstation, wo der Skiverleih ist. Mit gelockerten Knien geht’s dann rasant talwärts, die blaue Piste runter. Abschluss des schneereichen Skitages bildet eine gesellige Runde im Panoramarestaurant auf 2800 Meter Höhe bei dampfenden Germknödeln, zünftigem Schweinebraten und traditionsgemäßem „Willy mit Birne“.
Fazit: Wer zum Jahresende einfach mal mit sich und der Welt reine Luft machen - und mal eben aussteigen will, dem sei Kärnten wärmstens zu empfehlen.
Mehr Infos:
www.moelltal.at
www.roemerbad.com
www.hlx.kaernten.at
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