Nachtleben in Mailand

Als Fremder in Mailand eine gepflegte Disco zu finden, ist ziemlich schwierig. Denn es gibt keinen richtigen Bezirk, wie die Hamburger Reeperbahn, wo viele Lokalitäten akkumuliert auftreten…

Im Südwesten etwas außerhalb der Innenstadt soll es wenigstens etwas dichter mit Bars gespickt sein. Für den, der im Zentrum gastiert, ist dies jedoch ziemlich weit weg. So mussten wir uns eine andere Möglichkeit suchen. Am einem Kanal, so sagte man uns, würden wir findig werden.
 
Und obwohl die Gegend und die Häuserfassaden angenehm schlicht und eher unscheinbar schienen, sich nicht von der Altbauweise abentdecken wir hier und da eine kleine Kneipe oder ein romantisches Restaurant. Aber vorsichtig, denn die Happy Hour – die gibt es da auch - ist  nicht wie in Deutschland. Es gibt nämlich nicht zwei Getränke zum Preis von einem, sondern zu den Getränken wird ein kleiner Snack serviert. Oftmals ist das Happy Hour-Essen als Büffet angerichtet, von dem sich dann alle Gäste nehmen können. Überhaupt sind die Italiener abends sehr auf das leibliche Wohl erpicht. In den weiteren Stationen des Abends fanden wir die Restaurants zum bersten gefüllt vor, mit den leckersten Büffets und Düften, jedoch vielerorts von langer Hand geplant also reserviert.
Natürlich essen die Italiener nicht nur und gehen dann nach Hause, nein, sie machen ein Fest daraus. Mehrere Gänge werden serviert und wenn der Tisch vor einem einen Moment lang leer ist, dann bleibt wenigstens genug Zeit, um laut und aufgeregt zu erzählen.
Nachdem wir uns in einer Bleibe einen Wodka Martini geteilt hatten, samt des unerwünschten Snacks (wir wollten eigentlich zwei Wodka Martini), trafen wir auf eine Disko, die ich als einzigartig in Erinnerung behalten werde.
Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten, bekamen wir einen Chip, der wie die Spintschlüssel im Schwimmbad um das Handgelenk getragen wird. Das besondere daran ist, dass du nur wieder herauskommst aus der Disco, wenn du diesen Chip gegen ein EXIT-Schild eintauschen kannst. Dies wiederum geht nur, wenn du die Rechnung, die sich auf dem Chip für gewöhnlich im laufe des Abends zusammenträgt, bei dem bulligen Hünen bezahlen kannst.
Eine kluge Geschichte, denn es weiß wohl jeder, dass sich die Hemmschwelle für überteuerte Getränke antiproportional zum Alkoholpegel verhält.
Nicht nur durch diesen Trick bot sich uns dasselbe Bild wie zuvor in den Restaurants. Die Menschen verstehen es zu feiern und redeten und tanzten, deutlich mehr und ausgelassener als man es aus Deutschland gewohnt ist; in einer Umgebung, die mit Säulen, Gemälden an Wänden und geschmackvoller Möblierung einer guten Party würdig war und gleichermaßen Gemütlichkeit und Eleganz ausstrahlte.
 
Worauf achtet man denn sonst noch so in der Disco? Auf die Damenwelt selbstverständlich, und ich kann behaupten: Mailands Attraktionen sind nicht nur der Dom, der AC Mailand oder der riesige Bahnhof, sondern vor allem die atemberaubend schönen und besonders aussehenden Frauen! Eviva la ragazza!!

Ein Kommentar zu “Nachtleben in Mailand”

  1. MomoFumo sagt:

    Paule62, da kann ich dir nur recht geben. Vor allem was die Frauen angeht!

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