Palermo - Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann …
Die eigentliche Gefahr in Palermo ist der Straßenverkehr. So musste ich mich erstmal daran gewöhnen, vor dem Überqueren der Fahrbahn oder vielmehr dem Gewusel aus Autos, Motorrädern, Kutschen und Fußgängern die Ärmel hochzukrempeln.
Mike: “Mein Vater ging am nächsten Tag wieder zum Bandleader. Nur diesmal zusammen mit Luca Brasi. Nach einer Stunde war der Vertrag unterzeichnet. Für den Betrag von 1000$”.
Kay: “Wie hat er das geschafft?” (Zuvor sind vom Bandleader sogar 10.000$ nicht akzeptiert worden.)
Mike: “Mein Vater machte ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte. Luca Brasi hielt ihm eine Pistole an den Kopf und mein Vater versicherte ihm, dass entweder seine Unterschrift oder sein Gehirn auf den Vertrag kommen wird.”
Dieses Zitat aus Der Pate hatte ich im Kopf als ich zum ersten Mal nach Palermo reiste. Es war rudimentär verankert durch all die Geschichten und Gerüchte, die man über die sizilianische Hauptstadt im Zusammenhang mit der Mafia hört.
Ist es dort wirklich immer noch so gefährlich?, fragte ich mich. Meine Antwort darauf: Nein. Auch wenn nachts gelegentlich Schüsse zu hören waren und die Busse von innen verriegelt werden, fühlte ich mich eigentlich immer sicher. Vielleicht gehören Touristen nicht zu den Zielen der Mafia, weil sie es ja sind, die die Kassen der Bevölkerung füllen, aber seit der Anti-Mafia-Orlando Bürgermeister ist, soll die Stadt regelrecht aufgeblüht sein.
Gewisse Narben sind jedoch offensichtlich, so sind viele Häuser bröckelig und schmutzig und wenn man in die falsche Gasse abbiegt, so mutet es schäbig und staubig an. Wer zuviel Fantasie hat

Die eigentliche Gefahr in Palermo ist der Straßenverkehr. So musste ich mich erstmal daran gewöhnen, vor dem Überqueren der Fahrbahn oder vielmehr dem Gewusel aus Autos, Motorrädern, Kutschen und Fußgängern die Ärmel hochzukrempeln. Das Gute oder Schlechte ist nämlich, dass man die Altstadt mit den meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden kann. Praktisch sieht das dann so aus, dass du zwischen Kirchen und Plätzen, Brunnen und Kathedralen hin und her pilgerst und ab und an die örtlichen Spezialitätenläden oder Cafés zur Erholung aufsuchst.
Schaffst du dies nicht rechtzeitig, werden sich die ansässigen Souvenier-Berater an deine Fersen heften und deine Müdigkeit und damit die erhöhte Gleichgültigkeit solange malträtieren, bis sie Kapital daraus schlagen. So mancher wird abends verwundert feststellen, dass er irgendeinen Keramik Artikel aus sizilianischer Hand gekauft hat, was dort nämlich die Souvenier-Top-100 anführt.
Die Top-Sehenswürdigkeiten sind meiner Meinung nach, die Capella Palatina des Palazzo Reale und der monumentale Sakralbau der Kathedrale Maria Santissima Assunta.
Von den schönen, prunkvollen Ausschmückungen wissen jedoch auch andere, wodurch man keine ruhigen, romantischen Momente allein in den heiligen Räumen erwarten sollte.
Dies bietet schon eher die kleine Kirche San Giovanni degli Eremiti in unmittelbarer Nähe, insbesondere der wunderschöne, urige Garten, der einen erahnen lässt, warum Palermo in sehr viel früheren Zeiten als Garten Siziliens bezeichnet wurde.
Für den Abend kann man sich an der gegenüberliegenden Straßenecke eindecken: ein Spirituosengeschäft offeriert sizilianische Rachenputzer, wie den bekannte Kaktusfeigenlikör Ficci dInnia (normal: Ficci di India Sizilianer haben einen witzigen Dialekt).
Tagsüber sollte man von dem Genuss absehen, da die Hitze (im August) wirklich extrem ist.
Nachts bei 30-40 Grad zu schlafen, ist zumindest für einen Norddeutschen wie mich sehr gewöhnungsbedürftig.
Auf dem Weg zum Hafen bin ich dann in die Via Roma, wohl die Hauptader Palermos, eingebogen.
Dort schlagen einem Geschäfte, B&Bs, sowie Märkte entgegen, wie zum Beispiel der Vuccirio.
Dies ist der älteste Markt und genauso sehen auch die umliegenden Häuser aus, sehr alt (und schäbig)! Der Platz ist bis auf den letzten Meter mit Ständen vollgestopft, an denen man alles fürs tägliche Leben kaufen kann. Neben Obst, Gemüse, Fisch, Gewürze, Oliven werden auch Haushaltswaren und raubkopierte CDs (ha!) angeboten.
In der Nähe sind die Gärten Gardino Garibaldi und Villa Giulia ein Muss für jeden müden Touristen, der ein paar ruhige Minuten braucht. Bei letzterem findet man ein kleines Restaurant namens Touring, wo es sehr leckere Dinge zu essen gibt.
Von einer Freundin weiß ich, dass die Aracine kleine frittierte Reisbällchen mit Füllungen aller Geschmackrichtungen jeden vom Hocker reißen; ich jedoch probierte sie nicht, da es mir einfach zu warm war zum Essen.
Diese Touristentortur machte ich nur einen Tag mit, da es mir einfach zu anstrengend war, in der Hitze.
Als Sonne, Strand und Wellen Fan, bereitete sich mir erstmal jedoch ein gruseliges Bild, da die Strände unmittelbar um Palermo umwerfend hässlich und müllig oder felsig daherkamen.
Auf einen Tipp hin fuhr ich nach Terrasini, wo ein sehr schöner Strand liegt. Es geht dort sehr flach ins Wasser und trotzdem sind die Wellen ziemlich hoch.
Auch in Cefalu soll es ähnlich interessante Bademöglichkeiten geben.
Resümierend, kann ich sagen, dass es stimmt, was ein Schriftsteller mal über Palermo geschrieben haben soll: Es ist märchenhaft und schmutzig, wie der Zug aus einer Haschisch-Pfeife!
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