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Ich fliege im Jahr: Dreimal
Beim Reisen ist mir wichtig: Sonne, ein gutes Buch, nette Menschen und gutes essen!
Meine Freizeit verbringe Ich gerne mit: Lesen, schreiben, Waldspaziergängen

Mode, Mumien, Marmorgötter

Alle Wege führen nach Rom

Es ist früh am Morgen als wir in Rom ankommen und es regnet. Rom im Regen, na super!  Wenigstens die Temperaturen stimmen milde: 23 Grad sind es am Tiber. Gegen 11 Uhr herrscht schon ordentlich Trubel auf den Straßen rund um die Spanische Treppe. Ein paar Afrikaner haben heute ein gutes Geschäft gewittert und bieten an jeder Ecke Regenschirme für 10 € an. Wir kaufen einen ‚KnirpsÂ’, wie viele andere Touristen. Ein Meer aus gleichaussehenden Schirmen schlängelt sich über die Via Condotti, Roms teuerste und eleganteste Geschäftsstraße. Enttäuscht über das Wetter aber jetzt bestens ausgerüstet dafür, bummeln wir durch die Luxusmeilen: Via del Corso, Via Condotti, Via Tritone. In den Schaufenstern: feinster Zwirn von namhaften Designern. Daheim vermitteln einem Verkäufer solcher Läden oft das Gefühl unwürdig zu sein, das Geschäft zu betreten. In Rom ist es anders: Man fühlt sich selbst durchnässt und matschig von der Reise, bei Gucci und Armani willkommen. Die Atmosphäre ist locker und es gibt nichts, was es nicht gibt: extravagantes, schrilles, edles, trendiges – Pret a Porter für jedes Portemonnaie. Aber Rom bietet nicht nur die Trends der Zukunft, sondern auch mehr 3000 Jahre Vergangenheit. In der antiken Metropole trifft man auf zahlreiche Zeitzeugen aus der Geschichte: Ruinen des römischen Reiches, antike Fresken, barocke Brunnen - hunderte Kirchen, zahlreiche Paläste, etliche Plätze und Villen. Wir haben uns dreitausend Jahre Geschichte für zwei Tage vorgenommen und es scheint, als wäre Sonnegott Helios gnädig mit uns, denn der Himmel klärt sich auf. Nach einem leichten Mittagsmenü beginnt unsere Route am Kapitolsplatz, einem symbolischen Ort, auf einem der sieben Hügel Roms. Der Überlieferung nach wurde die Stadt dort gegründet. Vom Hügel aus ist schon die riesige Ausgrabungsstätte Forum Romanum zu sehen. Ein gigantisches Erdloch, in dem Gräber, Tempel und Säulen zu finden sind. Auf Ausgrabungsstätten trifft man übrigens in ganz Rom. Die unterirdischen Schätze sind ein Grund, warum die Millionenstadt bis heute nur über zwei U-Bahn Linien verfügt. Das wiederum ist Grund für permanentes Verkehrschaos. Rom leidet unter Verstopfung. Alle Wege führen nach Rom, ja. Aber sich durch Rom den Weg zu bahnen, ist eine Herausforderung. Der Verkehr besteht aus Stau, Auspuff, Vespaknattern, Gasen. Die Straßen sind voll mit überfüllten Bussen, hupenden Autos, schimpfenden Mofafahrern. Fahrstil und Fahrzeuge werden so manchem Deutschen das Herz in die Hose rutschen lassen: die alten Karossen sind verbeult, staubig, schmutzig. Aber die Römer haben ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Auto – la macchina. Und das Chaos tragen Sie mit Geduld, schwatzend, lachend, rauchend, vergnügt, mediterran gelassen. Per Pedes ist sicher die Beste Art, sich fortzubewegen. Wir schlendern über die Via die Fori Imperiali zum Collosseo. Der Name der berühmten Arena spiegelt einen Eindruck von seiner Größe und Mächtigkeit wieder: es ist kolossal! Überall kann man sich mit Gladiatoren fotografieren lassen. Alte Kutschen laden auf eine Spritztour ein.

 

 
Am zweiten Tag pilgern wir zum Petersdom. Am Tiber entlang erreichen wir die Engelsbrücke und das Castel Sant Angelo. Die Burg ist hinter den Mauern durch einen überdachten Gang mit dem Vatikan verbunden. Wir biegen links ein und dann erhebt er sich schon -  imposant, gewaltig – mir stockt der Atem. Der Petersdom ist die bedeutendste Basilika der Christenheit und mit 211 m Länge, 186 m Breite und 132 m Höhe das größte Gotteshaus der Welt. Im Inneren: fünf Bronzeportale, eine Marmortreppe vor dem Papstaltar, die zum Grab Petri führt, der Vatikanschatz, Statuen und viele Kunstschätze mehr. Es lohnt sich also, an der langen Schlange vor dem Eingang anzustehen und mit den Menschenmassen durch die meterhohen Räume zu ziehen. Die  Vatikanischen Museen beherbergen noch viele Kunstschätze mehr und zwar auf 1400 Räumen verteilt in 14 Museen. Rund 7 Kilometer lang ist der Kulturmarathon mit Fresken von Michelangelo, Mosaiken, Sarkophagen, Marmorgöttern und Gemälden – man genießt ihn also am besten auf mehrere Tage verteilt. Für uns ist die Reise vorher zu Ende. Wir widmen uns lieber dem kulinarischen- als dem Kunstgenuss. Der Tipp aus dem Reiseführer war ein Glücksfall: Gino in Travestere. Neptuns Lieblinge in sämtlichen Variationen. Beim Verlassen des Restaurants hallt es durch die Gassen: Ciao Bella, bis zum nächsten Mal.
 
Event-Tipp: am 21. April feiert Rom große Geburtstagsparty „Natale di Roma“. Mit Feuerwerk, Konzerten u.v.m. Anreise z.B. mit HLX ab Hannover: www.hlx.com

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