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Wandern und mehr auf Sardinien- ein ungewöhnlicher Urlaub
Sardinien hat nicht nur tolle Strände, auch wildromatische Berge und verschlafenes Hinterland sind zu entdecken. Damit sich keiner verläuft, hier mein Tipp für einen gelungenen Urlaub.
Unbeschreiblich ist der Duft, der einen sofort auf Sardinien umfängt: würzige Kräuternuancen und süßer Duft von den Feigenbäumen, die hier in sonnenverwöhnten Mulden am Straßenrand stehen. Wir werden vom Flughafen Olbia abgeholt und ich kurbele die Fenster ganz runter, um nichts zu verpassen. Eine gute halbe Stunde später sind wir im Camp von Amfibie Treks in einem Pinienwäldchen, wo sich Meeresduft mit dem harzigen Geruch der Pinien verbindet und Kindheitserinnerungen an die Ostsee weckt. Nur ist Sardinien so viel wärmer- ohne Unterlass verwöhnt uns die Sonne und ein laues Lüftchen macht’s angenehm.
Zuerst zum Strand, wo Dutzende Segelboote, Surfboards und Kajaks im weissen Sand liegen. So verlockend die kostenlosen Wassersportangebote sind- erst mal geht’s einfach hinein ins türkisblaue Wasser- und danach geniessen wir das Nichtstun. Denn wir haben ja noch 2 Wochen Aktivurlaub vor uns- obwohl wir gar keine Pauschalurlauber a la Neckermann & Co sind. Doch schon die ersten Eindrücke sind so andersartig, dass wir uns sofort gut aufgehoben fühlen: Keine liegestuhlreservierenden Spießer, keine nervigen Animateure, statt dessen interessantes internationales Publikum und ein freundliches Team.
Wir sitzen abends mit allen zusammen an langen robusten Holztischen und erzählen. Staunen über das Abendmahl aus 3 Gängen, das der Koch vor unseren Augen auf offenem Feuer oder im Steinofen zubereitet. Trinken Wein aus grossen Karaffen und werden freundlich bedient vom Küchendienst, den hier jeder einmal pro Woche machen muß. Untergebracht sind wir in einem Bungalowzelt, das schon aufgebaut und eingerichtet ist- wir sind nur mit Schlafsack angereist. Wir sind mitten in der Natur an einem traumhaften Fleckchen Sardiniens und freuen uns, dass wir nicht eine der teuren Ferienwohnungen gemietet haben.
Hier ist alles so locker und unkompliziert und gesellig- man spürt den Geist der etwas abenteuerlich angehauchten holländischen Betreiber, die im Winter Safaris durch Afrika machen und im Sommer eben dieses Camp in Sardinien.
Am nächsten Tag steht die erste der 4 geführten Wanderungen auf dem Programm. Mit dem Kleinbus werden wir in die Berge von Monte Albo gebracht und laufen zusammen mit ein paar anderen Leuten und ortskundigem Führer los- ab durch die Wildnis. Nichts ausser Blumen, wilden Sträuchern (dieser Duft nach Wacholder schon wieder…), ein paar Ziegen und einer atemberaubenden Fernsicht begleitet uns. Ziemlich k.o. erreichen wir nachmittags das Bergdorf Lode- die Kondition läßt noch zu wünschen übrig. Jetzt ein kühles Bier in der nächstbesten Dorfkneipe, während wir auf unsere Abholung warten. Eine Woche später ist unsere Fitness besser- nur der Muskelkater vom Windsurfen macht die Arme lahm. Bei Stefan, dem sonnengebräunten Surflehrer, geht alles so mühelos- nur ich verzichte nach ein paar Übungsstunden auf ein weiteres Mal und gehe lieber schorcheln.
Wir haben jetzt Freunde aus Italien und Norwegen und der Schweiz. Immer wieder gibt es eine Überrsaschung: Einmal ein großes Buffet, wobei allein an der Dekoration den ganzen Tag gearbeitet wurde. Einmal hat ein befreundeter Fischer, der hier anscheinend immer mal zur Happy Hour auftaucht, frische Sardinien gebracht- die kamen auf den Holzkohlengrill und waren so köstlich, dass ich mich (nicht nur deswegen) noch lange an den Urlaub erinnern werde.
Nein, das ist nicht Club Mediterranee und wir haben keine tausende Euro bezahlt, sondern ca. 30 EUR pro Tag. Mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, allen Getränken, der Happy Hour und allen Aktivitäten. Man kann diesen Urlaub in keinem Reisebüro buchen, aber die Webseite dringend weiterempfehlen: http://www.amfibietreks.de
Für alle, die zwar bei HLX einen günstigen Flug erwischt haben, danach aber auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft auf Sardinien verzweifeln…
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