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Venedig im November
Venedig mit dem Billigflieger
Wer schon einmal unbedingt eine Stadt sehen will für den gibt es die sogenannten Billigflieger. Das kann man ja mal riskieren. Am vergebenen Buchungstag war noch ein freier Termin im November zu ergattern.. Wir machten uns also am 16 November um 16.00 Uhr auf nach Köln um dann um 20.15Uhr nach Venedig zu fliegen. Der Kölner Flughafen ist mit dem Auto super zu erreichen. Die Beschilderung ausreichend. Es empfiehlt sich jedoch vorher sich den Flughafen im Internet anzuschauen. Wir nahmen das Parkhaus 3, es liegt etwas vor dem Flughafen aber hier kann man am günstigsten Parken. Für 24 Std werden 8Euro und je halben weiteren Tag 4Euro fällig. Ein Shuttlebus bringt uns zum Abflugterminal. Der Flughafen Köln ist einfach praktisch genial für eine Reise. Schnell haben wir unseren Abflugschalter gefunden und wir gaben die von unserem Printer ausgedruckte Reisebestätigung ab. Das war schon alles an Reiseformalitäten die erledigt werden mussten, wenn man von mitbringen des Personalausweises mal absieht. Die freundliche Dame am Checkin händigte unser Bordkarte aus und ohne Sitzplatznummer machten wir uns auf den Weg zum Bording. Noch hatten wir mehr als eine Stunde Zeit und wir schlenderten noch einmal durch Flughafen. Von Hektik war hier keine Spur, alles lief seinen geregelten Weg. Wir verzehrten noch die mitgebrachten Butterbrote und dann betraten wir den Abflugbereich. Loriot hätte hier seine Freude gehabt. Lustige Szenen spielten sich vorm Betreten der Maschine ab. Da es keine nummerierten Plätze gibt, auch keine unterteilten Klassen (Econemy oder Buissness) versuchte jeder natürlich als erstes die Maschine zu betreten um möglichst einen guten Fensterplatz zu ergattern. Wir sahen uns das Szenarium an. Eine halbe Stunde vor dem Einstieg hatte sich eine große Anzahl von Passagieren vor dem Tresen des Controllers versammelt. Nun hatte sich aber die Maschine um 15 Minuten verspätet. Tatsächlich setzen sich die meisten nach der Durchsage auf die in der Halle befindlichen Sitzreihen. Sprangen aber sofort wieder auf als die Maschine zum Gate rollte. Nun mussten die in der Maschine befindlichen Reisenden erst aussteigen. Dies dauerte erneut 15 Minuten. So das die durchsage zum Betreten der Maschine erst um 20,45 erfolgte. Der Einstieg war innerhalb 10 Minuten erledigt. Wir sind fast als letzter in die Maschine gestiegen und bekamen im mittleren Teil der Maschine einen Fensterplatz für Ulrike und daneben setze ich mich. Die Maschine eine Boing 737 war recht neu, der Sitzkomfort für mich ausreichend und auch sonst hatte ich ein gutes Gefühl. Um 20.55Uhr war die Maschine bereits in der der Luft. Der Flug dauerte ca. eine Stunde. Das man an Board für den Preis kein Freigetränk bekommt störte uns nicht im geringsten. Wir orderten zwei Dosen Bier für 2,40euro und genossen den angenehmen Flug. Der Airport in Venedig ist ebenso zweckmäßig wie in Köln gebaut. Von hier aus kann entweder mit dem Boot für 10Euro oder mit dem Bus für 3Euro in die Lagunenstadt fahren. Vor dem Busterminal befindet sich ein Ticketautomat für den Bus. Ich erwähne das deshalb, weil wir den Fehler machten uns an dem Ticketschalter innerhalb des Terminals anzustellen. Als wir mit unseren Tickest zum Bussteig kamen sahen wir nur noch die Rücklichter. Nachdem wir dann eine Stunde gewartet hatten und dann aber ohne weitere Probleme zum Busbahnhof in Venedig gefahren wurden stand die Frage immer noch im Raum- wo übernachten wir?. Es war mittlerer Weile 23.00Uhr, die Temperatur lag bei angenehmen 12° und der Himmel war sternenklar. Unser Gepäck bestand lediglich aus einem mittelgroßen Rucksack, der zu einem drittel gefüllt war mit Lebensmittel. Wo bitte ist das Wasser schaute mich fragend Ulrike an.
„Warte ab“,entgegnete ich 100meter weiter beginnt das wahre Venedig. Wir gingen über die erste Brücke und der Eindruck der Stadt war überwältigend. Es lag wohl an der kitschigen Stimmung. Kaum Tourristen, die Laternen der Häuser spiegelten sich in den Kanälen und die Geräuschkulisse des Straßenverkehrs verschwand schon nach den ersten Metern. Einen Stadtplan hatten wir nicht. Wir folgten lediglich unseren Eingebungen. Auf dem ersten großen Platz den wir erreichten sahen wir ein kleines Hotel was recht preiswert aussah. Im Internet hatte ich vorher regergiert. Eine Übernachtung in der Lagunenstadt ist unter 50Euro pro Person Seltenheit.
Der Hotelier gab uns zu verstehen das er bereit wäre für 30Euro pro Person ein Zimmer zu geben. Als wir ablehnten verzogen er keine Mine und verließen das Hotel. Unten auf der Strasse wurden wir angesprochen, was günstiges als hier findet Ihr nirgendwo in Venedig. Gleich um die Ecke ist eine prima Wohnung die ist leer und da könnten wir schlafen, Ich weiß nicht welcher Kasper mich geritten hatte, wir willigten ein, obwohl wir im Hotel für den gleichen Preis gerade abgelehnt hatten. Ein kleiner um dreißig Jahre alter Italiener mit einem zweiten Angestellten eines Restaurants begleitete uns zu der Wohnung. Die Seitengasse in die wir hineingingen waren wenig Beleuchtet, die schritte hörte man wie in einem Krimi auf dem Pflaster klacken. Mit einem Feuerzeug wurde das Türschloss zum Hauseingang gesucht. Die beiden Italiener gingen die Treppen hinauf in den zweiten Stock. Wir folgten wie selbstverständlich den Männern. Kein Türschild, kein Hinweis auf Leben verspürten wir durch den Gang des Treppenhauses. Im ersten Stock konnte man Spuren der Maurer erkennen, die anscheinend noch einiges hier zu tun hatten. Vor einer hellen Eichentür probierten die Männer mehrere Schlüssel aus bis sie dann Zugang zu der Wohnung fanden.
So richtig kannten Sie sich hier nicht aus, das erkannte man daran, das Sie erst mal den Schlafplatz für uns suchten. In dem rechten Teil der Wohnung konnte er nicht sein. Hier lebte anscheinend noch jemand, war aber gerade nicht anwesend. Im zweiten Raum war eine Art Küche und tatsächlich der dritte Raum war dann unsere Übernachtungsstätte. Alte italienische Möbel zierten dem Raum. Das Bett war ausreichend groß und sehr weich. Auf der Suche nach dem Bad sind wir dann auch im zweiten Anlauf fündig geworden. Aber zu unserem Erstaunen war es mit allem erdenklichen Ausgestattet. Sogar mit einem ungereinigtem Rasierer.
Ich bezahlte den vereinbarten Preis. Lass uns noch einmal durch die Nacht gehen war mein Wunsch und wir machten uns auf durch die verschlungen Gassen zu wandern. Schnell fand ich mich in der Stadt zurecht. Ich merkte mir die Brückenformen und auch sonst hatte ich nicht das Gefühl, hier verläufst du dich. Beieindruckend, romantisch fast kitschig schön der Blick auf den Kanale Grande. Auf dem Rückweg sind wir noch in einer Bar eingekehrt. Einen kleinen Absacker und dann wieder zurück zu unserer Unterkunft. Nun begaben uns zur Nachtruhe und das ist in Venedig sprichwörtlich zu verstehen. Mal ein miauen einer Katze, mal die Schritte vom Pflaster, ansonsten hört man nichts. Schnell schlief ich ein, wurde aber mitten in der Nacht von ungewöhnlichen Geräuschen wach. Der Bewohner war nach Hause gekommen und begab sich zu Bett. Er räumte wahrscheinlich noch etwas auf und hängte frische Handtücher in das Bad. Nach dieser wohl außergewöhnlichen Nacht begann der Morgen mit einem Blick über die Dächer von Venedig. So was sieht man nicht alle Tage. Ein Schleier aus Nebel und Dunst überzog die Stadt. Es war der 17. November und so um 10° warm. Ich bewunderte die vielen Dachmansarden. Die kleinen Gärten auf den Flachdächern. Wie schön muss es hier im Frühling sein? Erst einmal Frühstücken, war unsere erste Aufgabe. Wir verließen unser Herberge und gingen den Weg den wir am Abend zuvor gegangen waren. Bereits nach wenigen Metern sahen wir ein kleines Cafe das uns allein vom äußeren Eindruck schon einlud. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Markusplatz.
Noch immer lag ein Dunstschleier über der Stadt. Richtig unheimlich war es in manchen Gassen. Zwei mal haben wir uns verlaufen, aber das ist bei der Größe von Venedig kein Problem. Irgendwo ist immer der Kanale Grande zu sehen. Und dann hat man wieder die Orientierung. Der Markusplatz war um diese Zeit noch wie leergefegt. Bis auf ein paar Tauben und einigen Händlern die ihre Stände aufbauten war es richtig still auf dem Platz.
Noch zu früh für eine Besichtigung, zudem brauchte ich noch Batterien für meinen Fotoapparat. Wir verließen den Markusplatz und gingen in ein anderes Stadtviertel. Hier war alles etwas bescheidener. Die Läden so typisch italienisch und wenn man es nicht genau wüsste glaubte man wäre im letzten Jahrhundert. Ich fand auch einen Laden wo ich meine Batterien erstand. Von dort ging es zurück zum Markusplatz und nun zur Führung durch den Dogenpalast. Hier kann man wählen zwischen einer Führung oder einer Selbsterkundung. Wir entschieden uns für das letztere. Bei der Selbsterkundung leisteten wir uns noch einen CD-Vortrag der vom Handling jeden über 30 überfordert. Gut, wir hatten Zeit uns setzten uns mit der Technik auseinander. Nach einer Stunde hatte ich die Technik im Griff. Was wird hängen bleiben von Dogenpalast. Der große Saal, die Seufzerbrücke, das Gefängnis, bestimmt nicht die unzähligen Gemälde. Vielleicht das jenes große Feuer 17ichweissnichtwann vieles zerstörte. Jedenfalls nach 2 Stunden mussten wir erst einmal was essen und trinken. Zurück in das bescheidene Viertel mit den netten kleinen Läden. In einer Bar fanden wir das was ich an Italien so liebe- die Paninis, dazu ein Gläschen vom Hauswein und schon konnten wir wieder Bäume ausreißen. Unser Weg führte uns in das Viertel mit Armani- und Versageläden. Für mich eine lästige Prozedur aber für Ulrike eine willkommene Abwechslung. Nun wollten wir noch eine Fahrt auf dem Kanale Grande unternehmen. Aber einen Gondolär konnten wir uns nicht leisten. So kauften wir zwei Tickets für die Kanalbusse einmal 45 Minuten Kanale Grande für 5 Euro. Die Fahrt waren nicht schlecht. Vorne gab es Sitzmöglichkeiten im Freien. Von dort konnte man das treiben rund um den Kanal hervorragend beobachten. Man sieht entspannt den Gondeln zu. Genießt die Fassaden der alten Bauten durchfährt die Rialtobrücke und kommt nach einer Fahrzeit von ca. 30minuten am Bahnhof an. Aber nach Hause wollten wir nicht und so fuhren wir noch einmal zurück zur Rialtobrücke. Rund um die Rialtobrücke findet man das was wohl zu jeder Touristenstadt gehört, Souvenirläden ohne Ende. In einer Pasteria kaufte sich Ulrike ein paar leckere Gebäckstücke und war begeistert von der Gestaltungskunst der Konditoren. Nun hieß es langsam abschied nehmen von der Lagunenstadt. Noch ein Abstecher zum Studentenviertel und dann langsam zurück zum Ausgangsort. Mittlerer Weile war die an diesem Tag recht sperrlich gewesene Sonne untergegangen und Venedig strahlte wieder diesen romantischen Charme aus. Fast hätten wir ihn vergessen, diesen Benzingeruch, diesen Lärmpegel den Autos von sich geben. Wir bogen um die Ecke einer von zahlreichen Gassen durch die wir spazierten und da war er wieder. Der Geruch, der Lärm. Noch einmal über einen Kanal gehen, da sahen wie eine Gruppe Tourristen sich den Luxus leisteten sich ein paar Gondeln zu mieten. Die Gondolären waren in typisch gestreiften Hemden gekleidet. Die Touristen wurden in Decken eingehüllt und ein Mann mit Schifferklavier gesellte sich zur der Truppe. Ach Zeit hatten wir noch und was sollen wir uns unnötig lang am Flugplatz aufhalten. Also folgten wir den Gondeln. Wir gingen immer ein Stückchen voraus um so länger die Gondeln zu sehen. Jetzt wurde es so richtig romantisch. Ein Gondoläre hatte eine traumhaft schöne Tenorstimme und fing an die Lieder zu spielen die in jeden Film der fünfziger Jahre Venedig geprägt haben. Die Gassen wurden mal ganz eng dann wieder steuerten Sie Ihre Boote in breitere Kanäle. Es war ein traumhaftes schönes Bild hinter jeder neuen Gasse etwas neues zu entdecken. Die Rundfahrt dauerte fast eine Stunde wird uns aber ewig in Erinnerung bleiben. Mit dem Bus ging es zum Flugplatz zurück. Zu erwähnen ist noch das dass Flughafenrestaurant, in dem man besonders gut und preiswert essen kann. Gegen Mitternacht lag ich dann wieder in meinem Bett und träume bereits von neuen Städtetouren.
5 Kommentare zu “Venedig im November”
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Februar 5th, 2008 at 16:02 Uhr
Das Geschäft mit den schönen und ausgefallenen Gebäckstücken heißt nicht Pasteria sondern es ist eine pasticceria. Und der große Kanal ist der canal grande, nicht canale grande! Und es sind auch keine Gondolären, gondolieren! Interessiert hätte mich, warum ihr nicht im Hotel übernachter habt, dass doch nun wirklich günstig war für Venedig?
Februar 5th, 2008 at 16:02 Uhr
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Februar 8th, 2008 at 01:02 Uhr
3 weiße Tauben, die mussten dran glauben….
Februar 14th, 2008 at 20:02 Uhr
Schöner Bericht! Stimmt…pasticceria und canal grande, na ja! Ansonsten super!
Februar 17th, 2008 at 11:02 Uhr
Ganz gut.