Die Gärten von Farouk
Kurzgeschichte lesen:
"Lass uns an Deck gehen, Sarah", sagte Giovanni mit belegter Stimme. James folgte ihnen und sagte, sie sollten lieber noch darauf verzichten, was Sarah erst verstand, als ein glühend heißer Windstoß sie fast die kleine Treppe wieder zurückwarf.
"Die Männer sagen, das sei der khamsin oder so ähnlich", erklärte James, während Giovanni sie auffing. "Der Atem des Teufels. Ein Wind direkt aus der Wüste. Bringt auch eine Menge Sand mit sich. Seien Sie vorsichtig da oben - das ganze Deck ist schon rot gezuckert. Glauben Sie, der Sturm bringt die Pest auch hierher, Mrs. B?"
"Du hast gerade gehört, dass kein Europäer an der Pest stirbt", sagte Giovanni energisch und half Sarah nach oben, wobei er sie, so gut es ging, vor dem Wind schützte. Sie biss die Zähne zusammen. Das Kleid, das sie trug, lastete schwerer auf ihr denn je, und es kam ihr vor, als wolle das Korsett sie heute nicht stützen, sondern ersticken.
Von der Reling aus konnte man zuerst durch den dichten Vorhang aus Sand kaum die Stadt sehen. Doch so schnell, wie der Sturm gekommen war, flaute er auch wieder ab; bald konnte Sarah sich umschauen, ohne ihre Augen vor dem Sand schirmen zu müssen. Endlich würde sie Ägypten sehen, das Land, von dem sie schon lange träumte!
Die Häuser am Hafen sahen heruntergekommen und dreckig aus, die Straßen waren, soweit sie erkennen konnte, nicht gepflastert, und das Einzige, was emporragte, waren einige nicht sehr hohe zwiebelförmige Dächer und schlanke Türme, die, wie sie später erfuhr, zu Moscheen gehörten. Sarah war enttäuscht. Sie erinnerte sich nur zu gut daran, dass der Leuchtturm von Alexandria zu den sieben Weltwundern gezählt hatte, genau wie die Pyramiden; über fünfhundert Fuß war er hoch gewesen. Ägypten war das einzige Land der Welt, das zwei Weltwunder sein Eigen genannt hatte. Doch der Leuchtturm war schon lange zerstört, das wusste Sarah, und von anderen Wundern war hier auf den ersten Blick nichts zu erkennen. Dafür kehrte der Sturm zurück.
Giovanni berührte sie an der Schulter und wies nach rechts...
Sarah sah angestrengt in die Richtung, die Giovanni ihr gewiesen hat, sah aber nichts außer immer dichter werdenden Sand.
Plötzlich riss jedoch die Sandwand auf und gab den Blick frei auf das römische Stadtzentrum und das hellenistische Haupttor im Osten.
Hätte der heisse Sturm nicht schon das Atmen unmöglich gemacht, spätestens dieser Anblick hätte Sarah atemlos staunen lassen.
Der Blick lag frei zu den El-Muntazh-Gärten. In märchenhaftem Ambiente aus reichen Gärten und luxuriösen Palmen, konnte Sarah die Sommerresidenz von Farouk, des einstigen Königs von Ägypten, erkennen.
Das war das Land, von dem sie schon immer geträumt hatte!
Nach wenigen Augenblicken aber, die Sarah genügten Ihren Wunsch zu festigen, wurde die Sicht wieder durch dichten Sand verborgen. Sarah wusste, dass aber auch die Sandstürme ein Gesicht Ägyptens waren, die vieles verborgen hielten. Ihre Neugierde auf das Endecken der Geheimnisse wurde immer stärker.
(Ich will ja nicht den ganzen Roman schreiben, also höre ich hier auf. )


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