Reisereporter wer200
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MEINSCHÖNSTES ZUGERLEBNIS
Es war unsere erste gemeinsame Partie. Ausgemachter Treffpunkt war am schwarzen Brett.
Sie war am Zug. Die Zeit unseres gemeinsamen Beisammenseins begann.
Gut sah sie aus: lustig, zufrieden und glücklich, aber auch ein wenig kämpferisch.
Sie gefiel mir sofort, ihr Blick und ihre, tief in Gedanken versunkenen, braunen Augen.
Mein Blick schweifte aus dem Fenster. Ich dachte an Läufer und Bauern, die auf
ihren Feldern standen. Sie liebte Türme, aber auch Pferde. Von Ersteren hatte man einen guten Überblick über die örtliche Situation. Rundherum großer Bahnhof. Der 1. Zug kam langsam in Bewegung. Geschickt ließ sie sich erobern, meine Angriffslust schien sie zu begeistern. Zwischendurch eine Kontrolle! Alles in Ordnung! Sie duldete meine gefährliche Nähe, um dann abrupt das Gegenteil anzustreben. Ein nächster Versuch stand auf den Plan. Wir jagten von Station zu Station, ich achtete auf keine Signale, die Weichen waren gestellt, unsere Bewegungen erfolgten in vorgezogenen Gleisen. In ihrem Gesicht spiegelte sich meine Lage wider.
Sie sprach von ihrer Figur, der Dame, die den König schützte.
Am Abend der letzte Zug, meine Kräfte schwanden, ich gab mich geschlagen. Die Reise war zu Ende.
So erlebte ich meine erste Schachpartie in der S-Bahn bei einer Fahrt mit einer Tageskarte kreuz und quer durch Berlin.
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