
Bio: Katervater, Dorfbewohner, Gutesser und Langschläfer...
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Angemeldet seit: 27.10.2005 00:00:00
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24h Venedig! – oder wieviel Stadt geht an einem Tag…
November 22nd, 2005Ohne Reiseführer - ohne Plan - ohne Stress…
24h Venedig! – oder wieviel Stadt geht an einem Tag…
Die Abflugzeiten von HLX erlaubten mir einen „Kurztrip“ der seinen Namen in der Tat verdiente. Da ich völlig angenervt vom miesen Wetter in Hannover über die Happy HLX Hour einen Hin- und Rückflug von Hannover nach Venedig für einen Appel und n Ei ergatterte nahm ich mir einen (!) Tag Urlaub mitten in der Woche.
Ich fütterte meinen Rucksack mit dem nötigsten und düste nach Feierabend Richtung Flughafen und eh ich mich versah war ich auch schon am Airport in Venedig gelandet. Obwohl ich schon viel Geld am Flug gespart habe sah ich es nicht ein, eines der Privattaxen für ca. 40€ zu nehmen, die mich auf dem Wasser rüber zum Markusplatz fahren wollten sondern stieg in den „Bus“. Die Fahrt übe Wasser für 10€ ging an der Insel Lido vorbei und dauerte ziemlich genau eine Stunde bis ich abends um 23.00 Uhr am Markusplatz angelangt war.
Durch Beziehungen konnte ich bei Bekannten in einem Appartement nahe des Markusplatz die Nacht verbringen – aber Schlaf war für mich erstmal das unwichtigste – denn der im Schein der stilvollen Laternen hell erleuchtete Markusplatz und die Basilika mit ihrer wundervollen verschnörkelten Aussenfassade zogen mich in Ihren Bann. An den überteuerten Cafes saßen noch viele Menschen und lauschten einigen klassischen oder jazzigen Kapellen und was am wichtigsten war: es war Mitte September und T-Shirtwetter! Traumhaft.

Das Appartement war schnell gefunden und nachdem der Rucksack verstaut war musste ich erstmal einen Happen essen. Man sagt ja, dass es gewaltige Unterscheide zwischen der Pasta oder Pizza zuhause und in Italien im allgemeinen gibt. Das stimmt in der Tat, vor allem was den Preis angeht. Deshalb mein Tipp: Weiter in die Stadt rein, möglichst Nebengassen suchen und dort findet man 1. bessere und 2. günstigere Lokale.
Nach einer Portion Spaghetti Algio-et-Olio (oder so ähnlich) wollte ich ins Nachtleben einsteigen und musste meinen ersten Dämpfer erleben. Es waren fast nur ältere Herrschaften unterwegs und so konnte ich mir keine wirklichen Tipps bzgl. Clubs oder Bars einholen. Alle Lokalitäten in der Nähe des Markusplatz scheinen ab ca. 0.30 Uhr genug Geld verdient zu haben und schließen. Also an dieser Stelle wieder einen Tipp: Wer abends losziehen will, sollte sich vorher im Internet schlau machen. So musste ich früher als erwartet zurück ins Appartement. Dafür würde ich morgen mehr Zeit haben die Stadt zu erkunden.
Ab 10.00 und dem wahrscheinlich besten Latte Machiatto den ich je getrunken hatte ging es erstmal wieder zum Markusplatz. Jetzt waren auch die weltberühmten unzähligen Tauben da und fast genauso viele Touristen. Alle 10m hörte man eine andere Sprache. Die Menschenschlange vor der Basilika war sehr lang –ging aber trotzdem recht schnell voran. Innen war Staunen. Obwohl ich mir eigentlich rein garnix aus Kirchen mache, musste ich mir schon eingestehen, dass die Basilika in einer anderen Liga spielte. Der Eintritt war umsonst und für 1,50€ hab ich mir innen noch irgend so eine goldene Tafel angeguckt, die bestimmt eine religiöse Bedeutung hatte, für mich in dem Moment aber einfach nur verdammt groß war, wenn man bedenkt, dass sie tatsächlich aus Gold gewesen sein sollte.
Nach gut Zwei Stunden Aufenthalt am Markusplatz ging es weiter zur Rialtobrücke. Der Weg war ausgeschildert und so schlenderte ich durch die Gassen und war froh, dass ich alleine unterwegs war. Wäre meine Freundin mitgekommen, hätten wir wohl alle 20 Meter einen Boutiquen-Stop einlegen müssen. Uff! Glück gehabt. Hier ist alles versammelt: Von Armani über Diesel bis zu elitären Uhren- und Schmuckläden. Natürlich ist Venedig auch überschwemmt von Geschäften die diese – in meinen Augen – irsinnig hässlichen bunten Kunstwerke aus Glas, die auch irgendwo in Venedig ihre Manufaktur haben. Und noch dreimal so viele Souvenirshops. Aber wer nicht will, der muss ja auch nicht in die Geschäfte gehen.

An der Rialtobrücke war es mir etwas zu voll. Der Anblick wurde durch ein Banner, dass gut ein Drittel der Brücke verdeckte eh etwas geschmälert, was die japanischen Touristen trotzdem nicht davon abhielt voll draufzuhalten und Ihre digitalen Speicherkarten an die Grenzen Ihrer Kapazität brachte. Egal, ich war mal da und suchte auf meinen Stadtplan nach weiteren Sehenswürdigkeiten, da ich ja wirklich nur begrenzt Zeit hatte.
Zugegeben, mir ist nicht mehr viel eingefallen. Alle Bilder die man als Ersttourist mit nach Venedig brachte habe ich quasi abgehakt: Basilika, Rialtobrücke, Gondoln, Wasserstraßen und der Markusplatz mit dem Dogenpalast. Ich bemerkte, dass ich mich auf diesen Spontantrip überhaupt nicht vorbereitet hatte. Ich bemerkte aber auch dass mir das ziemlich egal war. Es war nicht so, dass Langeweile aufkam – im Gegenteil. Ich war total zufrieden und glücklich damit, einfach durch die Gassen zu schlendern, mal nach rechts und mal nach links zu schauen und ab und an mich mit einer Kleinigkeit zu belohnen. Eiscreme, Mandelgebäck, Cappuccino, etc… Dabei nahm ich viel mehr wahr, als mir jeder Reiseführer vorgeben konnte. Ab und an entdeckte ich auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit, die man so kannte. Wie die Seufzerbrücke oder diverse Schauplätze berühmter Fimspielszenen.

Ich verbrachte viel Zeit damit, einfach nur auf einer Bank an der Promenade zu sitzen und beobachtete das Treiben der anderen Touristen, Schwarzhändler die Ihre gefälschten Chanel-Taschen verkaufen wollten oder einfach nur das Meer und die Gondeln die Ihre Wege in die Gassen der Stadt suchten. Es war wahnsinnig entspannend.
Kurz bevor ich zurück zum Flughafen musste, fuhr ich nochmal mit dem Fahrstuhl auf den Turm am Markusplatz (dessen Namen ich leider vergessen habe) und schaute mir nochmal die Stadt von oben an. Der beginnende Sonnenuntergang und die wunderschönen Farben, in denen Venedig jetzt strahlte waren ein krönender Abschluss für einen Tagestrip, den ich mir vorher ganz anders vorgestellt hatte.

So gegen 21.30 sinnierte ich nochmal ein wenig über den Wolken. Ein Tag Venedig reichte also aus, das ich mich völlig relaxt fühlte.Und das nur weil die Idee mit dem Abklappern von Sehenswürdigkeiten sich schnell abnutzte und ich mich so einfach durch die Stadt treiben lassen konnte. So sah ich wahrscheinlich mehr von Venedig als durch zielstrebiges ”Reiseführer-in-der-Hand-durch-die-Stadt-Ziehen”…
Stockholm - das Venedig des Nordens
Oktober 27th, 2005Nordisch by nature…
Freitag (Tag 1): Nachtleben
Nach knapp 1,5 Stunden Flugzeit konnte ich schon mit einem Blick aus 3.000m Höhe erkennen, dass mein Reiseführer recht behielt – Stockholm ist das Venedig des Nordens. Das „Netzwerk“ aus Flüssen und Seen brachte mich zu der Erkenntnis, dass die Idee mit dem Mietwagen lieber verworfen werden sollte und ich mich besser um ein Mietboot kümmern sollte. Für die Fahrt vom Flughafen in die Stadt reichte aber erstmal ein Taxi.

Nach dem obligatorischen Kofferabstellenundzimmerbegutachten-Ritual (Dauer: ca. 30 Sekunden) im Radisson-Hotel am Bahnhof ging es erstmal Richtung Innenstadt um mir ein Bild von den Menschen, Häusern und der allgemeinen Ausstrahlung dieser Stadt zu machen. Der erste Eindruck: Auch bei bei knappen 14° war jeder Schwede im T-Shirt unterwegs. Das imponierte, machte mir aber gleichzeitig bewusst dass 14° in Schweden anscheinend schon ziemlich viel sind. „Abwarten“ dachte ich mir, denn morgen sollte ja wieder die Sonne scheinen. Und so lenkte ich meine Aufmerksamkeit zurück auf die Stadt und Ihre Menschen. Dabei fielen mir die vielen freundlichen Gesichter der Menschen auf und schon nach wenigen Minuten Aufenthalt zeichnete sich dieses Lächeln auch in meinem Gesicht ab – Willkommen in Stockholm.
Obwohl ich gerade erst angekommen war, schlenderte ich schon ausgesprochen entspannt und cool durch die Innenstadt. Apropos „Cool“ – ich hatte eine Verabredung und der Treffpunkt hieß „Absolut Wodka Icebar“ im Nordic Sea Hotel. Der Name war Programm – wir wurden in lustige silberne Weihnachtsmannkostüme gesteckt und durch eine Schleuse in eine komplett aus Eis eingerichtete Bar begleitet. Beeindruckend. Alle Stehtische, die Bar selbst und sogar die Gläser waren aus polierten und glänzendem Eis. Ein Superstart für das anstehende Nachtleben von Stockholm. Nach einer ¾-Stunde Aufenthalt (dann wurde es doch etwas zu kalt) ging es in die Lounge des Nordic Light Hotels. Als Hannoveraner war ich nicht gerade gute Architektur im Bar- und Clubbereich gewöhnt und so wurde ich schon wieder beeindruckt und definierte den Begriff „Lounge“ für mich neu.

Abschließend ist nur noch zu sagen, dass der Rest des Abends sich nahtlos an die Erlebnisse davor einreihte und ich um ca. 4:00 Uhr zufrieden ins Bett gefallen bin. Stockholmer lieben ihr Nachtleben und sind sehr aufgeschlossene Menschen, mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Und sie sprechen z.T. besseres Englisch als man es in englischsprachigen Ländern zu hören bekommt.
Samstag (Tag 2): Sightseeing
Für heute ist Sightseeing angesagt. Da ich ja schon erwähnte, dass die Idee mit dem Mietwagen eine doofe ist, investierte ich deshalb in eine „Premium-Stadtrundfahrt“. Mit dem Bus und einem Boot ging es durch die ganze Stadt. Leider ist mein Gedächnis – was die Namen von Sehenswürdigkeiten angeht – nicht sehr ausgeprägt, aber einiges blieb dann doch hängen.
Da ist z.B. „Södermalm“ – ein wunderschönes Arbeiterviertel mit gut erhaltenen Holzhäusern von wo aus man den besten Blick auf Stockholm genießen kann. Oder „Gamla Stan“ – der wohl bekannteste Stadteil Stockholms. Dort gibt es eine wunderschöne Altstadt und das Stockholmer Schloss zu bewundern. Nicht so spannend fand ich das Rathaus (das seine Bekanntheit durch die Nobelpreisverleihungen-Banketts erlangte), aber da das „Stadshuset“ so eine Art Wahrzeichen Stockholms ist, war der Besuch natürlich obligatorisch. Durch diesen Besuch wurde mir auch bewusst, dass ich bis auf das Rathaus kein Bild im Kopf hatte, dass ich mit Stockholm in Verbindungen bringen konnte. Irgendwie braucht diese Stadt aber auch kein Wahrzeichen. Stockholm ist mir gerade wegen diesem gewissen Understatements sympatisch geworden. Es ist nicht die größte, lauteste, höchste oder teuerste Stadt – aber bestimmt eine der „coolsten“.
Nachdem ich nach 2-stündigem Boots-Trip die Sightseeing-Tour beendet hatte ging es per pedes in das Wasamuseum. Dort schlug mein „Piratenfilm-liebendes Herz“ höher: Ich sah ein Schiff! Aber was für eins! Das Museum wurde quasi in mehreren Etagen rund um dieses 1628 gesunkene und 1961 restaurierte Schiff gebaut. Der Name dieses königlichen Schlachtschiff ist „Vasa“. Es sank bei seiner Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen und ist ein wahrhaftig imposanter Kahn, der da vor Jahrhunderten sank und sich nach seiner Restauration in einem beeindruckenden Zustand befand. Ich verblieb Stunden in diesem Museum und konnte nicht genug von der Ausstellung bekommen.

Einige Merchandise-Artikeln später verließ ich das Museum um in das nicht weit entfernte Freilichtmuseum „Skansen“ zu gehen. Aber das Wetter und die knappe Zeit brachten mich von diesem Plan ab. „Skansen“ ist ein Freilichtmuseum mit Originalgebäuden aus ganz Stockholm, einem Zoo und viel traditioneller Unterhaltung – sagte mir zumindest mein Reiseführer. Aber Freunde rieten mir nur nach „Skansen“ zu gehen, wenn ich auch viel Zeit hatte. Die hatte ich jetzt leider nicht mehr, da ich zum Essen verabredet war.
Abends war Kultur angesagt: Das „Kulturhuset“. Dieses Gebäude erinnerte zwar eher an Großkaufhäuser vor 20 Jahren, aber das letztendlich große Angebot an Lesungen, Konzerten Ausstellungen überzeugte auch einen Kulturmuffel wie mich.
Sonntag (Tag 3): Shopping und Abreise
Die Sonne schien und mittags ging mein Flieger zurück nach Hannover. Bis dahin mussten noch einige Kronen unter das Volk gebracht werden. Also war „Shopping-Time in Stockholm“! H&M war meine erste Adresse. Wie die günstigen Klamotten aus Schweden in Ihrer Heimat wohl aussehen? Die Antwort nach 2 Hosen, diversen Hemden und Shirts lautete: Besser und günstiger. Leider hatten die kleinen Boutiquen sonntags geschlossen und so blieb mein Streifzug beschränkt auf die großen Geschäfte. Aber immerhin! Wo kann man in Deutschland schon sonntags einkaufen außer im Bahnhofs-Supermarkt?
Auf dem Weg zum Flughafen machte mich der Taxifahrer noch auf eine Outlet-Mall in der Nähe des Flughafens aufmerksam. Aber diesen Tipp werde ich erst beim nächtes Besuch verfolgen. Denn ich werde definitiv wieder kommen…



