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Angemeldet seit: 27.10.2005 00:00:00

Artikel von ElaWindels-eCommerce:

    Abenteuer Airport

    August 2nd, 2007

    Der erste Flieger startete in Hannover bereits 50 Jahre vor der Eröffnung des Flughafens: der Hannoveraner Karl Jatho hob mit einer von ihm selber konstruierten Flugmaschine am 18.08.1903 zum ersten Motorflug der Welt ab – auf dem Exerzierplatz Vahrenwalder Heide, frei schwebend in einer Höhe von 74 Zentimetern ganze 18 Meter weit. Fünf Jahre nach diesem Erfolgserlebnis startete Jatho 1907 entschlossen und unermüdlich weitere Flugversuche, diesmal mit einem Drachenflieger. Dafür wurde extra eine Startbahn auf dem Exerzierplatz angelegt – die erste Startbahn Hannovers. Der hannoversche Luftfahrtpionier, Tüftler und Beamte der hannoverschen Stadtverwaltung setzte also früh die Maßstäbe für die niedersächsische Luftfahrt und weckte das Interesse an der Fliegerei.

    Der erste Flugpionier der Welt stammte aus Hannover

    Das ist bis heute ungebrochen: 1.082.815 Passagiere zählte der Flughafen Hannover-Langenhagen in den ersten drei Monaten dieses Jahres.  Hinzu kommen unzählige Schaulustige, die den Airport als Ausflugsziel nutzen, um die kosmopolitische Atmosphäre zu genießen und von der Besucherterrasse aus die Boeings zu bestaunen. Was macht die Faszination Flughafen aus?

    Vielleicht es die Mischung aus futuristischer Technik, Funktionalität und präziser Logistik auf der einen - und die emotionale Atmosphäre aus Abschied und Wiedersehen, Fernweh und Heimkehr auf der anderen Seite. Der Flughafen ist ein fast mystischer Raum, ein Raum zwischen hier und dort.

    Die Erfolgsgeschichte des Flughafens Hannover begann Anfang der 50er Jahre: am 26. April 1952 wurde die Südbahn in Betrieb genommen. Nach dem Krieg war dies der erste komplette Flughafen-Neubau. Das brachte Gelegenheit, neue Erkenntnisse in der Planung sowie technische Innovationen von Beginn an umzusetzen und so schon früh eine Vorreiterrolle einzunehmen, wie z.B. das Parallelbahnsystem: es ermöglichte den gleichzeitigen Start- und Landebetrieb – ein Novum für Europa.

    1952 zählte der Flughafen rund 121.000 Passagiere. Seitdem startete er steil nach oben durch. Nur in den 70er Jahren wurde seine Erfolgsgeschichte getrübt: Die Terroranschläge zu Beginn des Jahrzehnts dämmten die Reiselust vieler Deutscher. Hinzu kam das Transitabkommen zwischen der BRD und der DDR von 1972, das vor allem den Berlinverkehr zu großen Teilen auf die A2 verlagerte. Die Folgen machten sich auch in Hannover bemerkbar, das Passagieraufkommen schrumpfte. Aber bereits Ende der 70er Jahre brachten Neuerungen in der Technik wieder den Aufwärtstrend:1978 wurde z.B. der Allwetterflugbetrieb aufgenommen. Dank automatisch gesteuerter Blindlandungen waren plötzlich Landungen bei Sichtweiten von nur 400 Metern möglich. Anfang der 80er Jahre wurde aus dem Charterflughafen ein Drehkreuz: Er entwickelte sich zum Sammelpunkt für Urlauber aus der gesamten Bundesrepublik, von dort aus ging es zum direkten Weiterflug weltweit. Hannover als Tor zur Welt - die Auslastung erhöhte sich schlagartig. 1988 wird schließlich der 50 Millionste Fluggast begrüßt.

    Drehkreuz Hannover Langenhagen: das Tor zur Welt

    Feierabend gibt es am Hannover Airport nicht. Mit der Nachflugregelung starten und landen durchschnittlich bis zu 30 Maschinen auch zwischen 22 und 5.59 Uhr. Das bedeutet für viele der rund 1200 Mitarbeiter der Airport GmbH und Tochterunternehmen  Einsatz rund um die Uhr.

    Helmut Mallner arbeitet im Schichtdienst. Seit 14 Jahren überwacht er das Vorfeld: befinden sich Hindernisse wie Metallteile darauf? Haben die Betonplatten wetterbedingte Risse bekommen? Hält sich jeder in der Area auf, für die er Zugangsberechtigt ist? Trägt jeder Zugangsberechtigte die vorgeschriebene Warnweste? „Die Warnweste wird aus Bequemlichkeit manchmal nicht angezogen, aber sie ist wichtig für die Sicherheit aller Beteiligten“, sagt Mallner. Ebenso wie die Einhaltung der Verkehrsregeln: Es herrscht Tempo 30 auf dem Vorfeld, rechts vor links und Flugverkehr hat grundsätzlich immer Vorfahrt. Tempo 30 gilt nicht für Mallner. Sein Fahrzeug, ein Porsche Cayman, ist das schnellste Follow-Me Fahrzeug der Welt. Damit flitzt er, wenn es sein muss, über das Flughafengelände.

    Wenn Flugzeuge nicht an den Besucherbrücken andocken, sondern auf dem Vorfeld außen parken müssen, wird per Funk eines der fünf verfügbaren  Follow-Me Cars angefordert, um den Piloten bis zu seiner genauen Halteposition einzuweisen. Das kann sehr laut werden und auch sehr unheimlich, wenn plötzlich ein Riesenvogel direkt auf einen zurollt. Für Mallner ist es Routine. Er bewegt sich mit seinem Porsche zwischen den Maschinen so souverän, wie andere im Straßenverkehr, er hat alles im Blick. „Nur nachts, wenn es regnet und überall blinkt und spiegelt, kann es schon mal passieren, dass plötzlich ein Flieger angerollt kommt, den ich nicht gesehen habe. Das ist dann ein kurzer Schockmoment, aber bisher ist noch nichts passiert“, freut sich Mallner.

    Unterwegs im schnellsten Follow-Me Car der Welt

    Auch Verkehrsleiter Matthias Roskos hat großen Respekt von den Riesenvögeln, bewegt sich aber ebenso routiniert zwischen den lärmenden Lufttaxis hin und her.

    An Gate 14 rollt gerade eine Hapag Lloyd Express Maschine der neuen TUIfly-Flotte ein. Von der Flugsicherung bekam der Pilot Landebahn und Rollweg zugewiesen, nun nutzt er die markierten Fahrstraßen bis zur endgültigen Halteposition. „Normalerweise muss sich der Pilot an Tafeln orientieren, die über dem Gate hängen und die genauen Koordinaten anzeigen, aber Gate 14 ist unser modernstes Gate, dort misst eine Kamera, wie weit die 737 rollen muss und gibt dann das Stop-Signal“, brüllt Roskos gegen das brachiale Motorengeräusch an. Es riecht nach Kerosin. Die Fluggastbrücke blinkt rot und gibt einen Piepton von sich, Flugzeug und Fluggastbrücke nähern sich langsam an. Brücken – und Gepäckfahrer sowie der Rampagent stehen in Warteposition. Ein Handling Agent räumt die Kegel zur Seite, die als Einparkhilfen dienten, ein anderer versorgt das Flugzeug mit Bodenstrom. „Für die Bordtechnik“, erklärt Roskos immer noch brüllend. Dann dockt die Maschine am „Finger“ an, der Flieger steht, das Turbinengeheul ebbt langsam ab.

    Im Nullkommanichts wird zunächst das Sperrgepäck entladen - ein Kinderwagen, ein Sportgerät – und gesondert abgefahren. Gepäck und Gäste verlassen fast zeitgleich das Flugzeug, während Pilot und Crew mit der Nachbereitung des Fluges beschäftigt sind: Flugstunden eintragen, Bordtechnik prüfen, Betankung anfordern. Alles ist bestens organisiert und läuft schnell und reibungslos. Manchmal prüft Roskos spontan und stichprobenartig Mängel an Fliegern – die Piloten wissen, wenn er kommt, könnte das Ärger bedeuten, weil sich der Abflug verzögert, manche beschweren sich. „Aber wir machen das ja nicht zum Spaß, sondern wegen der Sicherheit – also auch im Sinne der Piloten“, sagt Roskos.

    Zusammen mit seinem Team sorgt er dafür, dass das Betriebsgelände des Flughafens in einem betriebssicheren Zustand ist. Das ist nicht immer ganz leicht abzuschätzen, zum Beispiel wenn Wetterkapriolen den Flugverkehr lahm zu legen drohen. Dann muss Roskos ad hoc Entscheidungen treffen:

    „Oft ist keine Zeit, groß nachzudenken oder sich  mit Kollegen abzusprechen. Im Störungsfall müssen umgehend Lösungen her“, erklärt er ernst.

    Zum Teil lässt er nur Teile des Airports wetterbedingt sperren. „Nur vor drei Jahren haben wir temporär dicht gemacht, die Rollfelder waren spiegelglatt“, erinnert sich Roskos. Dann koordiniert er den Winterdienst, lässt permanent den Zustand prüfen und erteilt, wenn keine Sicherheitsbedenken mehr bestehen, die Flugfreigabe. „Manchmal ist es ein Gewissenskonflikt, ich muss immer abwägen zwischen wirtschaftlichem Schaden und Sicherheit“, sagt er. Ein Job mit immenser Verantwortung, den Roskos seit fünf Jahren ausübt. Trotzdem sieht er braungebrannte und extrem entspannt aus, als wäre er gerade erst aus der Karibik gelandet. „In die Verantwortung wächst man hinein.“

    „In die Verantwortung wächst man hinein“

    Für die Sicherheit in der Luft ist die Deutsche Flugsicherung zuständig. Zwei Lotsen sitzen in rund 70 Meter hohen Tower am Rande des Flughafengeländes, direkt am Schnittpunkt von Hauptstart- und Landebahn. Während der alte Tower nur noch als Litfasssäule für Autowerbung dient, kontrollieren 2 Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung mit Hilfe modernster Technik vom neuen Tower aus den Luftraum über Hannover. Seit Ende 1999 ist er in Betrieb und legt wegen seiner guten Lage den Blick über alle Flächen frei. 18 Fluglotsen sind im Schichtbetrieb rund um die Uhr im Einsatz und gewährleisten, dass der Verkehr reibungslos läuft. In der Regel sind immer zwei im Dienst. Hoch über dem Flughafen beobachten sie das Geschehen am Boden und im umliegenden Luftraum. Der erste Lotse ist für alles verantwortlich, was über Vorfahrts- und Zufahrtsstraßen rollt. Er steht in ständigem Kontakt zu den Piloten und erteilt per Funk die Freigaben.

    Der zweite Lotse koordiniert den Verkehr auf den Pisten. „Alles was in der Kontrollzone fliegt, muss den Lotsen und den Piloten bekannt sein“, sagt Frank Hergesell, Leiter der Flugsicherung Hannover. Privatflieger melden sich beim Lotsen an, der gibt Anweisungen, ob und wie ein Jet landen darf. Hält sich ein Privatflugzeug unerlaubt in der Kontrollzone auf, bekommt er von den Lotsen sofort Anweisungen und je nach Schwere des Deliktes eine Verwarnung oder gar Strafanzeige. „Das ist wie im Straßenverkehr auch“, so Hergesell.

    Im Gegensatz zu großen Flughäfen wie z.B. Frankfurt, wo alles klar geregelt ist und für Privatflugzeuge kein Platz ist, ist die Arbeit der Lotsen in Hannover durch die Ausnahmefälle sehr viel komplexer. „Der Job wird nie langweilig, jeder Tag bringt neue Herausforderungen.“

    Arbeitsplatz in 70 Metern Höhe

    Neben den Passagieren werden im Jahr rund 14.000 Tonnen Luftfracht von und nach Hannover befördert. 33 Mitarbeiter der Air Service Hannover GmbH (ASH), einem Tochterunternehmen des Airports, sorgen dafür, dass z.B. Autoreifen, Medikamente, Gefahrengut und Tiere ihr Ziel pünktlich erreichen. Die ASH ist Schnittstelle zwischen Airline und Spediteuren; die Luftfrachtsendungen werden im Auftrag von Airlines abgefertigt. In den nüchternen Büros des Verwaltungsgebäudes neben Terminal A sitzen die Mitarbeiter vor ihren Computern und koordinieren Import und Export. Die Disposition ist Herzstück der zentralen Verwaltung. Von dort aus wird gesteuert und jede Facht dokumentarisch begleitet.

    In der angrenzenden Abfertigungshalle wuseln verschiedene Mitarbeiter emsig und bestens organisiert wie Ameisen hin und her. Jeder Handgriff sitzt: vom LKW werden Berge von Kartons auf den Hubtisch geladen, wo sie per Rollsystem vorwärts bewegt werden. Am Ende werden die Paletten abgebaut und die Fracht genau erfasst, bevor sie per Gabelstapler auf Großraumpaletten ins Lager gelangen.

    „Das Lager ist nur eine Übergabefläche, die Ware lagert dort nicht wirklich. Sondern wird schnellstmöglich per Flieger weiter verfrachtet “,  erklärt Jörg Nussbaum. Leiter der Disposition.

    Der Ton in den großen Hallen ist rau, aber herzlich. Alles muss schnell gehen, „wir stehen bei jeder Fracht unter großem Geschwindigkeitsdruck“, sagt Nussbaum gelassen. Wenn die teils wertvolle, teils verderbliche Ware nicht rechtzeitig ankommt, können ganze Produktionsabläufe still stehen. Die Mitarbeiter, die zum Teil englisch, spanisch, polnisch und russisch sprechen, um besser mit den Spediteuren aus aller Welt kommunizieren zu können, sind in acht Stunden Schichten im Einsatz. Gleitzeit ist erforderlich, falls eine spontane Abfertigung reinkommt. „Macnhmal ordert die Industrie ein ganzes Flugzeug und wir haben nur zwei Stunden Vorlauf für eine Lieferung, aber  Ad Hoc Charter kommen glücklicherweise nicht sehr oft vor“, sagt Nussbaum.

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    Schnell über alle Berge!

    Juni 26th, 2007

    „Was für ein herrliches Wetter“, rufe ich laut, gerade noch im verregneten Hannover gestartet, eine Stunde später schon im sonnigen Salzburg gelandet - und ernte von allen Seiten böse Blicke. Es sind milde acht Grad Celsius bei klarem Himmel und schönstem Sonnenschein. Und es ist Winter. In Österreich. Zu meiner Entschuldigung: Ich bin – bis dato - keine Skifahrerin.

    Enttäuschte Touristen, Manager, Hoteliers und Taxifahrer warten auf die Kälte und den Schnee, der nicht so richtig fallen will in diesem Jahr.

    Eine weitere Stunde später erhebe sich erhaben die Berge in der Europasportregion Zell am See Kaprun im Salzburger Land. Lediglich die Gipfelspitzen tragen Mützen aus Schnee. Darunter ist es grün, die Berge blühen, zum Leidwesen der trotzdem zahlreich anwesenden Wintersportler. Unter Skifahrern ist Zell längst legendär, nicht nur wegen der Pistengaudi auf den Dreitausendern, sondern auch für abendliche Pistengänger: vier Diskos, 16 Kneipen, etliche Skihütten, Restaurants und Cafés sorgen für Spaß nach dem sportlichen Vergnügen.

    Schnee? Sicher!

    Und zur Not bleibt ja immer noch der Besuch auf dem Gletscher. Informationsflyer zum Kitzsteinhorn versprechen Abfahrten mit 100 %iger Schneesicherheit. Und tatsächlich: Bereits auf der Mittelstation in 2.445 Meter Höhe klirrt der Frost, eilige Flocken tanzen den dick vermummten Pistengängern um den Kopf herum. Da ich schon mal da bin und der Schnee auch, leihe ich mir im Alpincenter eine Ausrüstung und einen Skilehrer für zwei Stunden. Mit der Gondel und ungewohnten Klumpfüßen geht’s gleich auf den Gletschergipfel: In 3029 Metern Höhenluft und romantisch weißer Landschaft sieht die Welt schon ganz anders aus. Stress und Sorgen sind plötzlich wie über alle Berge – hinein ins Vergnügen. Ich übe den Schneeflug, schnurre auf einem abgelegenen Hügel sanft den Skiern und wedele nach eineinhalb Stunden dicht hinter meinem geduldigen Lehrmeister die erste blaue Piste hinunter. Immer und immer wieder. Darauf muss getrunken werden, wintersportlergerecht natürlich Schnaps.

    Mit gesunder Hautfarbe und Mordshunger endet der Skitag in der Wohlfühloase des Latini Hotels in Zell am See: noch mal Dampf ablassen in der Sauna vor dem Abendprogramm. Wer nicht auf die Megapartysause steht, der kann z.B.  im „Crazy Dasy“, dem angesagtesten Club der Stadt, einen gepflegten Cocktails trinken.

    Höhenrausch und Hüttenzauber

     

    Durchs Salzburger Land geht die Tour tags darauf nach Tirol. Ich kehre im 4-Sterne Hotel Serles im Stubaital, kurz vor Innsbruck ein. Es riecht gemütlich und gesund, nach Eukalyptus, Kamin und Zedernholz. Das Personal ist äußerst gastfreundlich, die Damen tragen Dirndl. Die Zimmer sind sehr großzügig und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Das abendliche Dinner besteht aus sechs Gängen: Rindssuppe, gefolgt von zartem Dorsch mit Kaviar, erfrischendem Sektsorbet, Rinderfilet mit Gemüse und Kartoffelpüree und zum Finale Nougat Mousse mit Mandelkernen. Dazu  umschmeichelt das Vanillearoma eines erstklassigen Zweigelts die Geschmacksnerven. Alles ist perfekt, auch am nächsten morgen. Der erste Wimpernaufschlag offenbart eine eindrucksvolle Bergkulisse wie im Heimatfilm. Der Himmel ist so blau, als hätte ihn jemand gut gemeint mit Photoshop nachbearbeitet. Ich betrete den kleinen Holzbalkon und drei Atemzüge später sind meine Großstadtlungen durchgespült, die Augen ruhen auf der alpinen Landschaft, die Ohren nehmen nichts wahr. Stille im Stubaital.

    Stadtbummel statt Ski:

    Nach einem guten Frühstück geht’s weiter nach Innsbruck, Bergsteigermetropole und jährlicher Austragungsort der internationalen Vierschanzentournee. Die Nordkette des Karwendelgebirges legt sich steil wie eine schützende Festung um die Hauptstadt Tirols. Über die Marie-Theresienstraße mit einem Abstecher in die schöne Rathauspassage  (Shopping und Panoramarestaurant) statte ich der mittelalterlichen Altstadt einen Besuch ab. Am frühen Vormittag schafft es die Wintersonne noch nicht, das berühmte Goldene Dachl zu erleuchten. Erst gegen Mittag schimmern die 2734 feuervergoldete Kupferplatten. Der Erker wurde vom Habsburger Kaiser Maximilian I. anlässlich seiner Hochzeit mit der Mailänderin Bianca Maria Sforza erbaut und 1500 fertig gestellt. Im Inneren befindet sich ein Museum, das das Leben von Maximilian nachzeichnet. Gegen Mittag herrscht auf den Straßen Innsbrucks lebhaftes, studentisches Treiben. Einen Gegenpol dazu bietet das stilvolle Ambiente des traditionellen Kaffeehauses „Sacher“, wo man unbedingt einkehren sollte.

    Ihrem Ruf als internationale Sportstadt wird Innsbruck nicht zuletzt durch den 2001 umgebauten Skisprungturm gerecht. Das imposante Wahrzeichen wurde von der Stararchitektin Zaha Hadid entworfen. Die architektonische Attraktion ist auch ohne in Weiß gehüllt zu sein sehr schön anzusehen. Und trotzdem schwebt sie immer wieder über allem: die Sehnsucht nach Schnee.

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    Paris, mon Amour

    Juni 1st, 2007

    Seine oder nicht Seine? Das war nie die die Frage. Schon nach dem ersten Französischunterreicht in der siebten Klasse verabredeten wir Mädchen uns für 99 Mark zu einer gemeinsamen „Rainbow-Bustour“ nach Paris, um zu gucken, was es mit Francois, Gilbert und Renée wirklich auf sich hatte. Die Nacht verbrachten wir in unbequemen Sitzen dösend auf der hell beleuchteten belgischen Autobahn und fanden uns nach 10 Stunden Fahrt am frühen Vormittag vor dem Moulin Rouge wieder, wo Trauben von Touristen die Nacht zum Tag gemacht hatten. Seitdem bin ich süchtig nach dieser nimmermüden Weltmetropole.

    Es gibt nichts, was Paris nicht hat: Kathedralen, Konsumtempel, Spitzenrestaurants, Straßencafés, Sex, Romantik, futuristische Viertel, Leben unter den Brücken, Luxus, Anmut, Dreck, Delikatessen, Mode, Machtzentren, Einsamkeit, Glamour, Gossen, eine dicht vernetzte Unterwelt. Paris ist geschichtsträchtig, Schauplatz von Revolutionen und Zentrum von Trends, jung und kreativ. Afrikaner und Asiaten, Clochards und Haute Couture - alle Kulturen und soziale Schichten prallen aufeinander.

    Es gibt nichts, was nicht schon über Paris gesagt worden ist. Und dennoch birgt die Stadt bei jedem Besuch viele neue Geheimnisse. Wer sich einmal nicht ins touristische Treiben begibt, der entdeckt jenseits der urbanen Hot Spots verborgene Hinterhöfe, abgelegene Passagen und einsame Sackgassen.

    Es sind nicht die berühmten Bauwerke und bekannten Museen, es ist nicht das Centre Pompidou, der Père Lachaise und das Lächeln der Mona Lisa, die einen in den Bann ziehen. Nicht nur! Es ist die Vielfältigkeit, der unverwechselbare Charme und die anregende Atmosphäre. Eines der schönsten Komplimente an die Stadt stammt von Heinrich Heine: “Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“

    Ein paar Sightseeingklassiker dürfen aber in keinem Programm fehlen, vor allem nicht, wenn man mit einem „Paris-Anfänger“ unterwegs ist, so wie ich an diesem sonnigen Winterwochenende. Allen voran der Eiffelturm. Für 3,80 € geht es per Pedes bis auf die zweite Plattform hinauf. Etliche steile Stahlstufen später genießen wir einen guten Überblick über die Millionenstadt: hinten am Horizont kratzen die Hochhäuser von La Défense an den Wolken, die goldene Kuppel des Invalidendom glänzt in der Sonne, die Seine schlängelt sich durch das Häusermeer und die Tuilerien offenbaren sich ganz unverblümt aus der Vogelperspektive.

    Eine nicht minder so schöne Aussicht bietet der höchste Hügel der Stadt: Montmartre. Auch der Künstlerhügel ist gut zu Fuß zu erklimmen, vorbei an dem malerischen Montmartre-Friedhof, auf dem Emile Zola und Alexandre Dumas in dekadenten Gruften ihre letzte Ruhe gefunden haben und obdachlose Katzen in der Sonne dösen.

    Auf dem Place du Tertre portraitieren Pseudomaler Touristen. Im Hintergrund türmt sich malerisch die weiße Basilikia Sacre Coer auf – die Stadt der Liebe liegt einem zu Füßen.

    Mit der perfekt ausgebauten Metro (2-Tagesticket für 14 € p.P.) fahren wir bis zur Station Champs Elysées; einmal stilvoll schlendern. Sie gilt mit ihren Prunkbauten als eine der schönsten Straßen der Welt. Die Abenddämmerung hat bereits eingesetzt als wir an die Uferpromenade der Seine abtauchen. Bis zur Dunkelheit spazieren wir am Wasser entlang, in dem jede Menge Hausboote leise knarrend vor sich hin dümpeln.

    Über die Pont Royal gelangen wir auf den Boulevard Saint Germain im gleichnamigen Intellektuellen-Viertel, das einst die Pariser Bohème bevölkerte. Cafés wie das Deux Magots werben damit, Sartre, Camus und Bouvoir als Gäste bewirtet zu haben und nehmen dies als Rechtfertigung für überteuerte Preise.

    Um Mitternacht sind die Bars, Jazzclubs und Kneipen voll mit Existentialisten der Sorbonne. Wir folgen einem Tipp aus dem Reiseführer und nehmen einen Drink im „Les Etages“: eine hippe Bar auf mehreren Etagen mit nicht wirklich guten Longdrinks.

    Tags darauf nutzen wir die Gelegenheit zum Sonntagsshopping im jüdischen Viertel Marais mit einer bunten Mischung aus traditionell jüdischen Händlern, trendigen Boutiquen und Galerien. Vor den koscheren Falafelbuden stehen junge Menschen schlange. Am Place des Vosges suchen wir den Issey Miake Showroom, der leider geschlossen hat. Dafür säumen herrliche Herrenhäuser und Arkaden den Platz. Ein Geigenspieler begleitet unseren Weg. Unter seinem Fellmantel trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Paris mon Amour“.

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    Musenküsse im Auenwald

    Mai 11th, 2007

    Früh am Morgen wirken die Gassen und Gässchen in Leipzig noch recht leer und verschlafen. In Leipzig wohnt schließlich auch der künstlerische Nachwuchs Deutschlands und Künstler sind ja bekanntlich keine Frühaufsteher. Erst gegen frühen Vormittag küsst die Muse die Studenten, Lyriker, Maler und Musiker. Dann beginnt ein reges Treiben vor allem in den vielen kleinen Cafés, wo die Selbstverwirklicher mit dicken Büchern, einem Stapel Tageszeitungen und einem Milchcafé in den Tag stolpern. Die Stadt passt sich dem Biorhythmus an: überall ist ein Langschläferfrühstück zu haben, abends locken viele Kneipen mit günstigen Leckereien die Leipziger aus den Lehrstuben zurück ins Leben, später bietet das Nightlife allerlei Komponenten, von illegalen Clubs, Kunst- und Literaturhäusern, rustikalen Kellern bis hin zu schicken Kneipen und Restaurants. Eines der bekanntesten ist das MegaPon: Waschsalon, Literaturcafé und Restaurant in einem; viele kennen es aus dem Leipziger Tatort.

    Leipzig ist Stadt der schönen Künste

    Leipzig war immer schon Kunst-, Musik- und Literaturstadt: 1723 kam der Komponist Johann Sebastian Bach nach Leipzig. Der Kantor ist bis heute in einem Fenster der Thomaskirche verewigt. Im Konzerthaus am Augustusplatz war Felix Mendelssohn Bartholdy einst Kapellmeister. Bei Theodor Fontane hinterließ Leipzig einen bleibenden Eindruck, Novalis studierte in Leipzig. Friedrich Schiller kam auf Einladung von Freunden, war begeistert und bezog ein Jahr lang ein Sommerhaus im Stadtteil Gohlis, wo er am 2. Akt von „Don Carlos“ arbeitete. Und Johann Wolfgang von Goethe kam als 16-Jähriger nach Leipzig, um es später als „klein Paris des Ostens“ zu rühmen. Besonders beeindruckte ihn Auerbachs Keller und so machte er die Schankstube im Kellergewölbe zum Schauplatz in seinem „Faust“. Heute löffeln Touristen ebenso wie Leipziger Urgesteine dort sächsische Zwiebelsuppe und bürgerliche Köstlichkeiten. Begehbare Weltliteratur auf Schritt und Tritt.

    Leipzig ist begehbare Weltliteratur

    Und auch heute noch ist Leipzig vor allem eines: Die Stadt der schönen Künste. Es verfügt über eine Oper von Weltruf, eines der modernsten Messengelände Europas – ein architektonisches Highlight, großzügig und von Licht durchflutet, sowie Hochschulen für Grafik, Buchkunst, Musik und Schauspiel. Im „Grafischen Viertel“ sitzen Dependancen namhafter Verlage und die Buchmesse meldet von Jahr zu Jahr Besucherrekorde. Eine Gründerzeitvilla im Musik-Viertel beherbergt das Deutsche Literaturinstitut, das z.B. die bekannte Autorin Juli Zeh hervorbrachte. Und nebenbei macht gerade eine neue Leipziger Künstlerbewegung rund um Neo Rauch Furore. Wo also liegt der Charme dieser Stadt, dem so viele Dichter und Denker, Musiker und Maler verfallen?

    Sicher ist es die Stille der Natur, die Kreativen schöpferische Kraft verleiht. Zwischen Elster und Pleiße gibt es unendlich viele grüne Flächen. Im Clara Zetkin-Park, benannt nach der Begründerin der sozialistischen Frauenbewegung, lümmeln sich im Sommer Studenten auf den Wiesen und genießen die Ruhe am See. Der Auenwald liegt direkt vor den Toren der Stadt und Plagwitz, ein ehemaliges Arbeiterviertel, erinnert mit seinen Kanälen und Brücken an Venedig.

    Atmosphäre bringt für die Studenten der ansässigen Hochschulen auch die Aufbruchstimmung mit sich, die selbst 18 Jahre nach der Wende noch zu spüren ist: die Leipziger Montagsdemos - Keimzelle der friedlichen Revolution - setzten entscheidende Impulse für die deutsche Wiedervereinigung. Bis heute wird der Montag von Friedensgebeten in der Nikolaikirche bestimmt und vor dem Portal der Kirche lädt das berühmte Schild: „offen für alle“ ein.

    Den Charme der Stadt macht auch seine spannende Vergangenheit aus, von der etliche Museen und Mahnmale zeugen. Das Museum in der „Runden Ecke“ z.B. zeigt und ist Wendegeschichte. In der Nacht zum 5. Dezember 1989 besetzten Bürger nach einer Montagsdemo das alte Stasigebäude. Die nüchternen Amtsstuben sind fast 1:1 erhalten. Ausgeklügelte Überwachungstechniken, die bei James Bond nicht phantasievoller hätten ausfallen können, aufgereiht in tristem Ambiente mit Linoleum, Neonlicht und einem Schreibtisch aus Spanholz. Dazu der Nachbau einer Zelle für politische Gefangene.

    Über der Stadt thront auf einer 91 Meter hohen Aussichtsplattform das monumentale Völkerschlachtdenkmal, das an die europäischen Verbündeten in der Völkerschlacht erinnert, bei der Napoleon in die Flucht geschlagen wurde. Es übt einen ganz besonderen Reiz aus - als Mahnmal, als Gedenktafel, als Rückzugs- und Besinnungspunkt.

    Leipzig atmet Geschichte

    Anregungen finden sich nicht zuletzt durch die Architektur: barocke Brunnen, Gründerzeitvillen, Passagen wie z.B. die edle Mädlerpassage, deren Vorbild die Mailänder Galleria Vittorio Emanuele war. Oder das Kaffeehaus Riquet, ein klassisches, altes Jugendstilhaus, orientalisch anmutend, mit Elefantenköpfen und vielen Verzierungen. Und natürlich die vielen kleinen Gässchen, allen voran die Kneipenmeile Barfußgässchen – schon der Name ist Poesie.

    Wem das noch nicht reicht, der kann Inspiration bei einem sinnlichen Ausflug in eines der Museen suchen: Museum der bildenden Künste, Galerie für zeitgenössische Kunst, Bachmuseum, Museum für Druckkunst, Buch- und Schriftmuseum, Musikinstrumente-Museum, Kamera- und Fotomuseum oder Schillerhaus. Leipzig ist in jedem Winkel sinnlich erfahrbar.

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    Eine kleine Auswahl der schönsten Liebesgedichte …

    November 15th, 2006

    Folgende poetische Zeilen sind das Ergebnis unseres Aufrufs, einen Vierzeiler zu dichten …

    Torsten Weber
    Du suchst die Liebe hier und da,
    bei HLX wollt ich sie finden,
    bei Brot und Wasser ist ja klar
    rennen die Tränen, die ich nicht konnt unterbinden.

    Rita Lux
    Heut werden wir keine Tränen vergießen,
    sondern den Tag in Stuttgart genießen.
    So hoffen wir auf gutes Gelingen,
    denn wir wollen uns einen Mann
    mit Schampus, statt Wasser mitbringen!

    Maja
    Es fiel mir kein Gedicht der Liebe ein,
    auch fand ich auf „Wasser” keinen Reim.
    Aber deswegen flossen keine Tränen,
    lieber mach ich einen Ausflug zu den Dänen.

    J. Zwerge
    Unsere Liebe brennt heißer als Feuer,
    kein Wasser der Welt kann sie löschen
    und sind die bitteren Tränen auch teuer
    die Zeit wird die Liebe erhaschen.

    Babs Müller
    Das Wort der Liebe zu erfassen
    versuchen viele zu erhaschen
    doch eines müssen stets erwähnen
    das tiefe Wasser der Liebe trocknet die Tränen.

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    Flirt & Fly

    November 13th, 2006

    Mit HLX auf Wolke sieben schweben, das wollten rund 80 Teilnehmer auf dem Flug am 4.11. von Stuttgart nach Leipzig. Einge von ihnen kamen auch gar nicht mehr runter …

    Der Love Shuttle startete pünktlich in Stuttgart, beladen mit 80 neugieren Teilnehmern, die sich für den Tag vorallem eines auf die Fahne geschrieben hatten: Kennenlernen. Die Stadt Leipzig und ein paar nettte Leute, vielleicht auch die Traumfrau des Lebens.

    Bereits auf dem Hinflug kursierten erste Zettelchen durch die Sitzreihen: "Suche Sally, dein Harry." John Lennon lud Yoko Ono auf einen Kaffee ein, Maja hielt Ausschau nach ihrem Willy und in Reihe 11 wartete das Biest auf seine Schöne. Ein paar Piccolos Sekt heiterten die gute Stimmung zusätzlich auf.

    In Leipzig warteten bereits die Sightseeing-Busse, organisiert & gesponsort vom Leipziger Stadtmarketing, auf uns. Die Fahrt ging am Schiller-Haus, der alten Messe und dem Völkerschlachtdenkmal vorbei und war angereichert mit einer Fülle von interessanten und locker vorgetragenen Infos unserer Guides.

    Beim Mittagessen im Ratskeller konnte man erste Grüppchebildung beobachten. An Sechsertischen wurde gespeist, getrunken gelacht und geflirtet. Zur Schnitzeljagdt am Nachmittag starteten Kleingruppen, um den HLX-Fragebogen möglichst vollständig auszufüllen. Sie wurden wieder geführt und begleitet von den vier Guides.

    Sammelpunkt zum Abflug war das Cookit, das an diesem Abend extra für unsere Singlegruppe schon mal seine Türen geöffnet hatte, bevor es die offizielle Einweihnung ein paar Tage später gab. Das gemütliche Get Together war gekrönt von der Preisverleihung. Der "Schnitzeljagdt-Gewinner" erhielt einen HLX Freiflug von/nach Leipzig, inkl. Übernachtung im Marriott-Hotel Leipzig und Leipzig Card.

    Gegen 21 Uhr ging es dann wieder mit dem Love-Shuttle in Richtung Heimat zurück.

     

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    Augenklick mal!

    Juni 27th, 2006

    HLX und CASIO rufen auf zum großen Sommer-Fotowettbewerb - mitmachen & gewinnen!

    Zeigen Sie uns Ihr schönstes, originellstes oder einfach nur lustigstes Foto von Ihrem HLX-Urlaubsort und gewinnen Sie einen von 10 Freiflügen für zwei Personen sowie eine von 6 EXILIM Zoom EX-Z600 Digitalkameras von CASIO im Wert von je 330 EURO!

    Stellen Sie zu einem oder mehreren unser drei Themen Ihr Foto ein. Abstimmen darf jeder registrierte HLX-Blogger. Zusätzlich gibt es eine Jury aus Photografen, Redakteuren und Reiseexperten, die die schönsten Fotos auswählt. Teilnahmeschluss ist der 15. August 2006.

    Die Themen:

    - Gesichter einer Stadt
    - Schöne Aussichten
    - Strandleben - und lieben


    Wenn Sie bereits registrierter Benutzer sind, loggen Sie sich gleich ein und laden Ihre Fotos in den Fotoblog “Sommer-Fotowettbewerb”.
    Alle anderen können sich hier im HLX-Urlaubsblog registrieren und sofort mitmachen.

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    Fußball-Fieber in Hannover!

    Juni 12th, 2006

    Der Goleo ist los in Hannover …

    Die ganze Stadt singt und lacht - eine Atmosphäre ähnlich bunt und lebendig, wie damals zur Expo 2000. Von der City bis zum Public Viewing am Waterlooplatz erstreckt sich die quirlige Fanmeile. In sämtlichen Biergärten Fans die Nationalmannschaften auf einer Outdoorleinwand anfeuern und in der Innenstadt hat so gut wie jede Lokalität einen Fernseher im Freien stehen. 1 Monat Ausnahmezustand in der grünen Stadt an der Leine. Einkaufstipp: Kickers in Linden Mitte. Fußballfreie Zone: Strandbar an der Ihme: Relaxen im Liegestuhl ganz ohne Gegröhle.

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    Sylt - Watt ein Meer

    März 27th, 2006

    Norddeutsches Flachland, wohin das Auge schaut. Die Wolken hängen schlapp am Horizont, links und rechts neben der Straße durchs Niemandsland nur Wiese mit Kühen darauf, die träge kauend ins Nichts glotzen.

    In Niebüll schiebt sich eine PKW-Karawane auf den Zug, der die Touristen über den elf Kilometer langen Hindenburgdamm übers Wattenmeer auf die Insel bringt, die seit der großen Sturmflut von 1362 vom Festland abgetrennt ist.

    Friesisch herb peitscht der Wind ins Gesicht und färbt die Wangen krebsrot. Das gekämmte Haar wird zur wilden Mähne und die Jacke bläht sich auf wie ein Heliumballon. Unweigerlich nimmt man einen großen, tiefen Atemzug von dieser herrlich salzigen Seeluft. Sie schmeckt rein und gesund und riecht nach Kindheit, nach sorglosen Sonnentagen am Strand, nach heiler Welt.

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Für alle, die reif sind für die Insel, bietet Sylt hervorragende Möglichkeiten, die Akkus bei einem Wochenendtrip wieder aufzuladen. Nur 50 Minuten dauert es per Flugzeug von Hannover nach Westerland. Mit dem Auto braucht man mit rund Viereinhalbstunden etwas länger, aber hat man erstmal Hamburg passiert, setzt die Erholung schon am Lenkrad ein: die unendliche Weite verleiht einem das Gefühl, Hauptdarsteller eines amerikanischen Roadmovies zu sein. 
    Auf Sylt herrscht Reizklima. Es reizt, immer wieder zu kommen. Sonne, Strand, Meer und die einzigartige Natur wirken sich extrem positiv aufs Gemüt aus. Das gute Klima hat der Insel eine große Fangemeinde beschert: Reiche & Schöne, Senioren & Studenten, Familien & Funsportler, Naturfans & Nudisten. Der Strand bei Kampen gilt übrigens als Geburtsstätte der Freikörperkultur. Noch heute gibt es an fast allen öffentlichen Strandabschnitten extra abgetrennte Reviere für Nackte.
    Das Strandleben ist, ganz gleich ob mit oder ohne Badehose, ein Genuss und die rund 99 quadratmetergroße Insel hat viel Sandstrand zu bieten: An der Westseite erstreckt sich ein 38 km langer Abschnitt mit mehr als 13.000 Strandkörben und der rauen Brandung der Nordsee. Im Osten der Insel liegt das stille nordfriesische Wattenmeer, das den Launen des Mondes mit seinen Gezeiten ausgesetzt ist. Ebbe und Flut wechseln im immergleichen Rhythmus. Große Teile des Wattenmeeres sind zum Nationalpark erklärt worden. Auf der Ostseite findet man unberührte Natur, grüne Deiche und urwüchsige Dünen, blühende Heide und majestätische Kliffs. Ein Highlight ist das bekannte Rote Kliff bei Kampen: eine 30 Meter hohe Steilküste, die bei Sonnenuntergang einmal mehr an Schönheit gewinnt. Im Listland, ganz im Norden, befinden sich die einzigen Wanderdünen Deutschlands. Angetrieben vom Westwind wandern die Sandberge rund 4 Meter im Jahr gen Osten. Das Gelände selbst steht unter Naturschutz, wie mehr als ein Drittel der Insel.

    Sylt ist rau, wildromantisch und nicht immer eitel Sonnenschein. Lange Spaziergänge am Meer bei Gegenwind der Stärke 8 im Nieselregen mögen einige für unzumutbaren Urlaub halten, wir Syltfans wissen: es fühlt sich göttlich an. Eine gute Route ist die zwischen Kampen und Keitum, immer am Meer entlang. Eins sein mit der Natur. Keitum ist mit seinem verwinkelten Ortskern, seinen eleganten Boutiquen, gemütlichen Teestuben und den traditionellen Reetdachhäusern aus dem 18. Jahrhundert, eines der schönsten Dörfer Nordfrieslands.
    Seeluft macht hungrig, die Restaurantdichte auf Sylt ist entsprechend hoch. In Westerland kommt an jeder Ecke frischer Fisch auf den Tisch, die Preise sind dem Touristenrummel angepasst. Das Restaurant „Sansibar“, Promitreff südlich von Rantum, bietet erlesene Küche mit Blick aufs Meer zu Promipreisen. Den besten Kuchen der Welt gibt es in der „Kupferkanne“ in Kampen. Mein Tipp: Krabben pulen am Lister Hafen, dort steht die nördlichste Fischbude Deutschlands. Am Hafenbecken weht eine besonders steife Brise, die einem fast das Meeresgetier vom Brötchen fegt. Das schrille Kreischen der nach Krümeln gierenden Möwen mischt sich mit Volksmusik aus einem der Bootshäuser. Schunkelnde Touristen, die eine „Tote Tante“ (Schokolade mit Rum) über den Durst getrunken haben, schwanken lauthals über den Asphalt, aber das alles kann auf Sylt einen echten Seemann nicht erschüttern.

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    Mode, Mumien, Marmorgötter

    März 16th, 2006

    Alle Wege führen nach Rom

    Es ist früh am Morgen als wir in Rom ankommen und es regnet. Rom im Regen, na super!  Wenigstens die Temperaturen stimmen milde: 23 Grad sind es am Tiber. Gegen 11 Uhr herrscht schon ordentlich Trubel auf den Straßen rund um die Spanische Treppe. Ein paar Afrikaner haben heute ein gutes Geschäft gewittert und bieten an jeder Ecke Regenschirme für 10 € an. Wir kaufen einen ‚Knirps’, wie viele andere Touristen. Ein Meer aus gleichaussehenden Schirmen schlängelt sich über die Via Condotti, Roms teuerste und eleganteste Geschäftsstraße. Enttäuscht über das Wetter aber jetzt bestens ausgerüstet dafür, bummeln wir durch die Luxusmeilen: Via del Corso, Via Condotti, Via Tritone. In den Schaufenstern: feinster Zwirn von namhaften Designern. Daheim vermitteln einem Verkäufer solcher Läden oft das Gefühl unwürdig zu sein, das Geschäft zu betreten. In Rom ist es anders: Man fühlt sich selbst durchnässt und matschig von der Reise, bei Gucci und Armani willkommen. Die Atmosphäre ist locker und es gibt nichts, was es nicht gibt: extravagantes, schrilles, edles, trendiges – Pret a Porter für jedes Portemonnaie. Aber Rom bietet nicht nur die Trends der Zukunft, sondern auch mehr 3000 Jahre Vergangenheit. In der antiken Metropole trifft man auf zahlreiche Zeitzeugen aus der Geschichte: Ruinen des römischen Reiches, antike Fresken, barocke Brunnen - hunderte Kirchen, zahlreiche Paläste, etliche Plätze und Villen. Wir haben uns dreitausend Jahre Geschichte für zwei Tage vorgenommen und es scheint, als wäre Sonnegott Helios gnädig mit uns, denn der Himmel klärt sich auf. Nach einem leichten Mittagsmenü beginnt unsere Route am Kapitolsplatz, einem symbolischen Ort, auf einem der sieben Hügel Roms. Der Überlieferung nach wurde die Stadt dort gegründet. Vom Hügel aus ist schon die riesige Ausgrabungsstätte Forum Romanum zu sehen. Ein gigantisches Erdloch, in dem Gräber, Tempel und Säulen zu finden sind. Auf Ausgrabungsstätten trifft man übrigens in ganz Rom. Die unterirdischen Schätze sind ein Grund, warum die Millionenstadt bis heute nur über zwei U-Bahn Linien verfügt. Das wiederum ist Grund für permanentes Verkehrschaos. Rom leidet unter Verstopfung. Alle Wege führen nach Rom, ja. Aber sich durch Rom den Weg zu bahnen, ist eine Herausforderung. Der Verkehr besteht aus Stau, Auspuff, Vespaknattern, Gasen. Die Straßen sind voll mit überfüllten Bussen, hupenden Autos, schimpfenden Mofafahrern. Fahrstil und Fahrzeuge werden so manchem Deutschen das Herz in die Hose rutschen lassen: die alten Karossen sind verbeult, staubig, schmutzig. Aber die Römer haben ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Auto – la macchina. Und das Chaos tragen Sie mit Geduld, schwatzend, lachend, rauchend, vergnügt, mediterran gelassen. Per Pedes ist sicher die Beste Art, sich fortzubewegen. Wir schlendern über die Via die Fori Imperiali zum Collosseo. Der Name der berühmten Arena spiegelt einen Eindruck von seiner Größe und Mächtigkeit wieder: es ist kolossal! Überall kann man sich mit Gladiatoren fotografieren lassen. Alte Kutschen laden auf eine Spritztour ein.

     

     
    Am zweiten Tag pilgern wir zum Petersdom. Am Tiber entlang erreichen wir die Engelsbrücke und das Castel Sant Angelo. Die Burg ist hinter den Mauern durch einen überdachten Gang mit dem Vatikan verbunden. Wir biegen links ein und dann erhebt er sich schon -  imposant, gewaltig – mir stockt der Atem. Der Petersdom ist die bedeutendste Basilika der Christenheit und mit 211 m Länge, 186 m Breite und 132 m Höhe das größte Gotteshaus der Welt. Im Inneren: fünf Bronzeportale, eine Marmortreppe vor dem Papstaltar, die zum Grab Petri führt, der Vatikanschatz, Statuen und viele Kunstschätze mehr. Es lohnt sich also, an der langen Schlange vor dem Eingang anzustehen und mit den Menschenmassen durch die meterhohen Räume zu ziehen. Die  Vatikanischen Museen beherbergen noch viele Kunstschätze mehr und zwar auf 1400 Räumen verteilt in 14 Museen. Rund 7 Kilometer lang ist der Kulturmarathon mit Fresken von Michelangelo, Mosaiken, Sarkophagen, Marmorgöttern und Gemälden – man genießt ihn also am besten auf mehrere Tage verteilt. Für uns ist die Reise vorher zu Ende. Wir widmen uns lieber dem kulinarischen- als dem Kunstgenuss. Der Tipp aus dem Reiseführer war ein Glücksfall: Gino in Travestere. Neptuns Lieblinge in sämtlichen Variationen. Beim Verlassen des Restaurants hallt es durch die Gassen: Ciao Bella, bis zum nächsten Mal.
     
    Event-Tipp: am 21. April feiert Rom große Geburtstagsparty „Natale di Roma“. Mit Feuerwerk, Konzerten u.v.m. Anreise z.B. mit HLX ab Hannover: www.hlx.com

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    Venedig: Stille Wasser sind tief!

    März 2nd, 2006

    Das Wasser gibt den Ton an: ruhig und gelassen. Es ist allgegenwärtig. Statt Autoverkehr gleiten Vaporettis, Traghettis und die berühmten Gondeln über die Wasserstraßen. Rund 400 Brücken verbinden die 118 Inseln des historischen Stadtkerns, 180 Kanäle durchziehen die Altstadt. Der bekannteste davon ist der Canal Grande.

     Das Wasser gibt den Ton an: ruhig und gelassen. Es ist allgegenwärtig. Statt Autoverkehr gleiten Vaporettis, Traghettis und die berühmten Gondeln über die Wasserstraßen. Rund 400 Brücken verbinden die 118 Inseln des historischen Stadtkerns, 180 Kanäle durchziehen die Altstadt. Der bekannteste davon ist der Canal Grande.

    Die meisten Menschen haben ein genaues Bild vor Augen, wenn Sie den Namen Venedig hören, schließlich ist die Stadt beliebter Schauplatz für Film, Kunst und Literatur. Man denke an die Shakespeare-Verfilmung  „Der Kaufmann von Venedig“ oder „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ mit Donald Sutherland. Venedig ist Stadt der Musik (Vivaldi, Wagner, Tschaikowsky) und Stadt der Schriftsteller von Hemingway bis Highsmith, Thomas Mann, Donna Leon oder jüngst Cornelia Funke, die die schaurig-schöne Kulisse für ihre Kinderbande nutzt. Kein Wunder, dass die Lagunenstadt die Kunstschaffenden anzieht: Seine verwunschenen Plätze, spukhaften Gassen, die zerfallenen Häusern neben prunkvollen Palazzi und das geheimnisvolle Wasser überall regt bis heute die Phantasie an und bietet zudem eine optimale Bühne für große Auftritte. Schon der Adel im 18. Jahrhundert führte seine Kleider stolz auf den Campi vor. Einheimische und Touristen präsentieren alljährlich auf der schillernden Maskenparade im Februar Glamouröses: Zum Karneval in Venedig füllen sich die Gassen rund um den Campo San Polo mit Kostümierten. Es herrscht Volksfeststimmung.

    Aber Venedig ist mehr als Touristentrubel. Es gibt durchaus menschenleere Gassen, stille Seitenkanäle und abgelegene Plätze und dort entfaltet es seine pure Schönheit.
    Ruhe findet man zum Beispiel in den Wintermonaten, wenn der sonst mit Menschen überfüllte Markusplatz plötzlich von Hochwasser durchflutet ist und die Venezianer gelassen und lächelnd mit Gummistiefeln über die Piazza schlendern. Auch im Sommer gibt es lauschige Plätzchen mit atmosphärischen Bácari (Weinlokale), in denen Venezianer gesellig Ombra (typischer Wein) trinken. Am besten man lässt sich einfach treiben …

    Venedig ist Poesie: Wenn sich der milchig trübe Nebelschleier in der Morgendämmerung über die blaue Lagune legt und die Holzpfähle ihre Schatten werfen. Venedig ist Verführung: Wenn die Silhouette aus Campanile, Salute Kirche und Turm von Burano sich gewichtig und ehrfurchtsvoll erhebt. Venedig ist Melancholie: Wenn kleine Boote, eingetaucht in schwachen Modergeruch, durch das stille Wasser gleiten und die Zeit vergessen lassen. Venedig ist Sinneslust: Wenn im Sommer schwül-fiebrige Luft an den Hauswänden klebt, Wein und Muscheln gastfreundlich aufgetischt werden. Venedig ist Rückzug: Wenn die Häuser eng beisammen stehen, als würden sie sich vor dem Wasser schützen, vor den Fenstern bunte Wäsche flattert, Umzugsboote in der Enge manövrieren, alte Frauen mit Taschen voll Gemüse schwatzend nebeneinander her gehen und sich alte Männer mit so vielen Falten wie Wasserstraßen, herzlich begrüßen. Und Venedig ist immer auch Klischee: Wenn schwarz lackierte Gondeln, touristisches Requisit Nummer eins, dicht an dicht fahren, gesteuert von jungen, singenden Italienern. Die Fahrten sind teuer und eher unromantisch, denn auf den  Brücken lüstern die Fremden auf der Suche nach dem typischen Foto-Motiv. Aber ganz kommt man ums Klischee nicht herum: Natürlich sind Seufzer– und Rialtobrücke, Dogenpalast und die Glasfabriken und Galerien in Murano ein Muss für jeden Besucher. Einmal sollte man sich auch einen Cappuccino für 7 € im berühmten Café Florian auf der Piazza San Marco gönnen: Das Ambiente (Samtsofas, gold verzierte Spiegel) ist faszinierend. 
    Wenn sich die Sonne schließlich neigt, die Domglocken die Abenddämmerung einläuten und die Tauben die Essensreste vom Asphalt picken, verschwinden die Tagestouristen mit dem Vaporetti Nummer 82 in Richtung Bahnhof. Die Piazza San Marco flüstert Ciao, ein Geiger geigt unter den Arkaden ein trauriges Lied - Fleisch gewordene Sehnsucht. Zum Abschied fließen immer ein paar Tränen. Das also ist das Geheimnis des vielen Wassers.

     

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    Savoir Vivre – die Franzosen wissen, wie man lebt!

    November 18th, 2005

    Gut, nach einer Reise ins Land der Sinneslust und Lebensfreude ist erst mal Diät angesagt, aber es lohnt sich!

    Der Kellner serviert den dritten Gang die Creme Brulée mit einem galanten: „Madame?“ und schenkt schwungvoll Wein nach. Das Dessert ist der Hammer, das beste, das ich je gegessen habe. Und auch der Ziegenkäsesalat mit den warmen Erbsen und das Filet de Porc mit Koriander-Sauce, grünem Spargel und Auberginen-Mousse, sind kaum zu toppen (wie naiv). Willkommen im Schlemmerparadies Frankreich. Die Natur ging großzügig mit der Provence um – die Produktpalette lokaler Spezialitäten ist vielfältig: Trüffel, Wein, Lavendelhonig, Chèvre (Ziegenkäse), Melonen aus Cavaillon, Lammfleisch und natürlich Pastis, Synonym für Sonne und Südfrankreich.
    Die Köstlichkeiten profitieren von Klima und Licht - dieses Licht! Das war es, was Künstler wie Cézanne, Chagall, Picasso oder van Gogh faszinierte: flimmernd auf grauem Felsgestein, violett gefärbt von den Lavendelfeldern. Zartgrün über den Weinreben. Der geliebte und gehasste Mistral fegt die Luft der Provence so unvergleichlich rein und klar.


    Auf der Fahrt nach Mallemort setzt die Dämmerung ein und der Himmel hat die Farbe von einem jungen Wein, hellrot, das von Minute zu Minute an Farbe gewinnt – bis zu einem satten Kirschton. Im Rückspiegel das Saint Victoire Massiv, fahren wie vorbei an Weinbergen bis zum Chateau Bas in Verègues. Auf dem Weingut wird zur Verkostung geladen. Dicke Eichenholzfässer ruhen wie alte Frauen nach einem üppigen Essen träge in dem Kellergewölbe. Wir lassen verschiedene Tropfen unseren Gaumen umschmeicheln, um sie dann in eine große Schüssel zu spucken. Zum Schluss gibt’s aber doch noch ein Gläschen zum trinken.
    Ein Spaziergang durch Salon bildet den Abschluss des Tages. Die kosmopolitische Stadt wird von einer Festung beherrscht, zu dessen Füßen die Altstadt liegt. Der Astrologe Nostradamus, deren Vorhersagen heute wieder populär sind, lebte viele Jahre in Salon

    Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, nach diesem Motto geht’s in aller Hergottsfrüh zum Antikmark, der jeden Sonntag in Isle sur la Sorgue stattfindet. Nebelschwaden hängen verschlafen über den Feldern, schamhaft gerötet von den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Die kühle und klare Luft springt uns an wie ein übermütiger Hund. Rund um den Fluss, der sich durch den Ort schlängelt, haben sich die Händler breit gemacht. Verschiedene Aromen liegen in der Luft, leicht und süß. Ein Kosmos der Wohlgerüche: Pesto, Thymian, Honig, Öl, Tee, Orangenseife, Rosmarin, Café. Jemand reicht Knoblauchbrot, dann Oliven, dann Honig. Weiter hinten präsentieren Antikhändler schwere Holzmöbel, gold verzierte Rahmen und viele andere Schätze, in denen wir stundenlang stöbern.
    Vom Markt aus sind es nur zehn Autominuten ins Restaurant Oustau de L’Isle. >Dezentes Besteckgeklapper in Schöner- Wohnen-Ambiente. Man muss kein Gourmet sein, um die Köstlichkeiten zu genießen, aber man kann schnell einer werden. Der Kellner serviert mit berufsmäßigem Charme das Mittagsmenü: Lamm mit Fenchel und Parmesan auf einem asiatischen Nudelbett. Und schließlich: leicht gekühltes Mousse de Coco mit einem Hauch von Orange und Schokoraspeln. Das ist noch besser als alle Creme Brulées der Welt. Ein Fest für die Sinne. 
    Avignon bildet den Schlusspunkt einer gelungenen Reise. Schon von weitem erhebt sich die mächtige Festung auf einem Felsen über der Rhone: Der Papstpalast. Zu besichtigen sind Prunksäle mit Fresken italienischer Künstler, Kapellen und der Kreuzgang. Sind die größten Besucherströme fort, ist es so faszinierend ruhig darin, dass man die Stille hören kann. Ein Optimaler Ort, um seine Gedanken zu sortieren. 
    Bis der Magen knurrt. Appetit bekommen?

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    Kärnten/Klagenfurt: Wandern, Wedeln, Wohlfühlen

    November 8th, 2005

    Österreich ist ein wahres Wellnessparadies – kein Schmarrn! Und weil es nicht weit weg liegt, liegt es nahe, einfach mal drei Tage auszusteigen und sich ein Genusswochenende im Gebirge zu gönnen.

    Seen, Tannenwälder und Häuser mit dampfenden Schornsteinen wie übereinander gestapelt am Hang, beschützt von einer beeindruckenden, bunten Bergwelt - im Oktober zeigt sich Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs, von seiner schönsten Seite: im Herbstkleid. Die Sonne strahlt schon in aller Herrgottsfrüh über der Hauptstadt Klagenfurt und heißt Gäste herzlich willkommen. Ich schlendere über den „Neuen Platz“, wo Skater Kunststücke rund um das Wahrzeichen Klagenfurts, dem ‚Lindwurm’, einüben. In der Altstadt  herrscht Trubel; es ist Bauernmarkt und Händler preisen lauthals ihre Ware an: frisches Brot, Obst, Gemüse, Honig, Kunsthandwerk und jede Menge Schnäpse und Liköre, die aus den Überbleibseln der Obsternte hergestellt werden. Ich lasse es mir nicht nehmen, zum Mittag schon eine Runde Most zu trinken. Danach geht’s leicht beschwipst durch die romantische Altstadt, wo statt verstaubter Trachtenläden und rustikaler Eichenholzkneipen moderne Boutiquen und schicke Bars ihre Türen öffnen. Klagenfurt ist kein altbackenes Musikantenstadl, sondern eine mediterrane Stadt mit Renaissancebauten italienischer Baumeister, gut gefüllten Straßencafés und idyllischen Arkadenhöfen.
     
    Nach einem kurzen Abstecher zum Wörthersee, der sich wie ein blauer Teppich vor mir ausbreitet, geht’s zum Domizil, das in dem Bergdörfchen Bad Kleinkirchheim liegt, etwa 50 Kilometer von Klagenfurt entfernt: Ein gemütliches Familienhotel, eingebettet in die Nockberge. Gottverlassen. Nichts als glotzende Kühe und Giganten-Gipfel, die den Himmel küssen.
     
    Später dann Relaxprogramm im Römerbad: Endlich! Die Wellnessoase in Bad Kleinkirchheim ist gut besucht. Am Eingang lese ich den Werbeslogan: „Einfach abtauchen und wohl fühlen“. Sauna, Solarium, 33 Grad heißes Thermalwasser -  mit Sprudel, ohne Sprudel, Innenbecken und Außenbecken. Wasserfall, Wasserrutsche, Sonnenterrasse und so weiter und so fort. Zum Abendtarif (3 Stunden vor Badeschluss) gibt’s Verwöhnung für 9,30 €. Ein fairer Kurs.
     
    Ich lasse ordentlich Dampf ab. Schwitzen für die Schönheit. Schwerelos im Außenpool dümpeln. Südensonne saugen. Beine hoch, Lider runter. Die Seele Gassi führen. Relaxen. Alles wird plötzlich soooooo schweeeer. Ich träume von Heidi und Peter und Alm-Öhi. Von lila Kühen und plätschernden Gebirgsbächen, dampfenden Schupfnudeln, fliegenden Schafen und saftig grünen Wiesen. Die Welt ist in Ordnung. Krönender Abschluss des Tages ist eine Ganzkörpermassage, die man allerdings extra zahlen muss (27 €). Eine freundliche Dame Mitte 40 knetet mit festem Griff den gelockerten Leib und bringt Ordnung ins Skelett. Danach bin ich bereit zu Höhenflügen. Ich könnte Berge versetzen! Gipfel erklimmen. Doch das muss bis morgen warten.
     
    Von der Wellnessoase ins Wintermärchen. Ich nehme den Bus nach Flattach am Fuße des Mölltaler Gletschers, mit 3.000 Metern Seehöhe die höchstgelegene Wintersportregion Kärntens. Dort liegt im Oktober schon Schnee und die Pisten sind noch nicht so überfüllt.
    Die längste Tunnelbahn der Welt befördert mich zur Mittelstation, wo der Skiverleih ist. Mit gelockerten Knien geht’s dann rasant talwärts, die blaue Piste runter. Abschluss des schneereichen Skitages bildet eine gesellige Runde im Panoramarestaurant auf 2800 Meter Höhe bei dampfenden Germknödeln, zünftigem Schweinebraten und traditionsgemäßem „Willy mit Birne“.
     
    Fazit: Wer zum Jahresende einfach mal mit sich und der Welt reine Luft machen  - und mal eben aussteigen will, dem sei Kärnten wärmstens zu empfehlen.
     
    Mehr Infos:
    www.moelltal.at
    www.roemerbad.com
    www.hlx.kaernten.at

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    Sandstrände, Schotterpisten, Sehenswürdigkeiten

    Oktober 27th, 2005

    Tag 1: Abflug 9:40 Uhr. Im Gepäck: Badehose, Bikerhose und ein Gel gegen Muskelkater. Normalerweise sitze ich nur lange auf dem Bürostuhl, nun mac…

    Tag 1:
    Abflug 9:40 Uhr. Im Gepäck: Badehose, Bikerhose und ein Gel gegen Muskelkater. Normalerweise sitze ich nur lange auf dem Bürostuhl, nun mache ich mich mit einer sportlich ambitionierten Gruppe auf den Weg, um Sardinien zu erfahren -  im wahrsten Sinne des Wortes: Zwei volle Tage auf dem Sattel eines Mountainbikes sitzen und bergauf, bergab durchs Naturidyll radeln.

    Eine Tasse frischen Kaffe und ein Sandwich später sind wir im Landeanflug auf die zweitgrößte Insel des Mittelmeeres. Sanft schmiegt sich das azurblaue Meer an den sattgrünen Landstrich. Tiefe Schluchten, bizarre Granitformationen und steile Anhöhen lassen ahnen, dass das Muskelkater-Gel eine gute Wahl war.

    Unser Shuttle zur Unterkunft macht einen Abstecher entlang des 50 Kilometer langen Küstenstreifens Costa Smeralda, wo sich Nobelvilla an Nobelvilla reiht. Im mondänen Porto Cervo, Mittelpunkt des Costa Smeralda-Tourismus, steigen wir aus und schlendern über den menschenleeren Markt, vorbei an Prada und Gucci, wo noch vor wenigen Wochen noch Bill Gates die Sonne genoss und Naomi Campbell entlang stöckelte - bis zum Hafen. In der Nachsaison ist Sardinien ein guter Tipp für alle, die Ruhe fernab vom Massentourismus suchen.

    Unser Domizil, die Shamba Ranch, ist ein gemütlicher Familienbetrieb mit schlichten Apartments und Vierbettzimmern und liegt im Herzen der Gallura zwischen  Bassacutena und Arzachena. Vier Hunden, eine Katze, zwei Pferden, Marco, und seine Frau Domitilla nehmen uns in Empfang. Von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft und den abendrot gefärbten Himmel.

    Tag 2:
    Wir treten bei 28 Grad in die Pedale, vorbei an gigantische Granitbrocken, Kork – und Mandelbäumen, Olivenhainen, Fenchel und Minze über kaum befahrene Straßen durchs scheinbare Niemandsland. Erster Stopp: am Palazzo di Baldu, einer alten, imposanten Ruine nahe Luogosanto. Im Takt des Kuhglockengeläuts kurbeln wir anschließend auf 350 Meter Höhe zur Eremitenkirche San Trano, von wo aus wir freie Sicht bis nach Korsika genießen.

    Nach einer Rundtour durch das Bergdorf Luogosanto und einem Besuch in der Basilica der Madonna Maria, nehmen wir die Abkürzung über einen Schotterweg, um die Federung der Bikes zu testen. Dichte Vegetation zwingt uns hin und wieder zum Absteigen, alles was befahrbar ist, brettern wir mit Speed entlang. Die steile Auffahrt zur Ranch fiel am Vortag kaum auf, erst jetzt nach zwölf Kilometern auf dem Sattel nehme ich sie wahr. Der Körper kocht, die Beine sind schwer, der Schlaf ist so tief und fest wie selten.

    Tag 3:
    Von der Shamba Ranch geht es talwärts entlang des Flusses Liscia durch unberührte Natur, vorbei an faulen Bullen, trägen Schafen und flinken Geckos. Ab Capannaccia radeln wir in Richtung Palau und von dort aus gelangen wie mit der Fähre zum Inselarchipel La Maddalena, einem Matrosenstützpunkt der Amerikaner. Dementsprechend lebendig ist dort das Hafenleben. Nach weiteren 40 Minuten auf dem Rad sind wir am Etappen-Ziel (Halbzeit), einer einsamen Bucht mit atemberaubenden Strand auf der Nachbarinsel Caprera und gönnen uns eine Abkühlung im smaragdgrünen Meer. Zurück in Porto Pollo geben wir nach rund 50 Kilometern die Räder im Gallura Bike Point wieder ab. Stolz, erschöpft, sonnengebräunt. 

    Tag 4:
    Abreise Das Wetter ist auch am Tag der Abreise sonnig und warm und erschwert den Abschied. Vor dem Abflug statten wir den „Olivastri Millenari“, 3.-4.000 Jahre alten Olivenbäumen noch einen Besuch ab. Ein echter Geheimtipp. Majestätisch stehen Sie mit Ihrem dichten Blätterkleid unterhalb des Monte Padru und lassen uns dem Atem vor Ehrfurcht stocken. Mit diesem beruhigenden Anblick in Erinnerung heben wir ab in Richtung Heimathafen Hannover.

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