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Archiv für die Kategorie ‘Olbia’

Hotel und Auto für 29,90

Hallo,

wer hat dieses Angebot schon mal genutzt und kann mir mitteilen welche Erfahrungen er damit gemacht hat?

Klingt doch fast zu gut um wahr zu sein, bei den Hotelpreisen die Sardienen sonst hat.

Bitte Erfahrungen weitergeben.

Liebe Grüße

 

Gelegenheiten oder sowas

„Hallo, darf ich mich setzen?“, fragte eine männliche Stimme.

„Wenn das ihr Platz ist, sicher “, sagte ich und sah in ein Paar hellgrüne Augen.    

 „ Ähh…nein, Moment“, sagte der zu den Augen gehörende Mann. 

Er drehte er sich um und verschwand bald in dem Gewühl einsteigender  Fluggäste. Neben mir platzierte sich ein Mittvierziger in Anzug und Krawatte.  „Eng hier“, sagte er und nickte mir zur Begrüßung zu. Ich nickte zurück und sah aus dem Fenster. Der Flughafen Köln-Bonn wirkte genauso wie jeder andere deutsche Flughafen. Wie konnte das Gras zwischen den Rollwegen in jedem Flughafen Mitteleuropas gleich geschnitten und ausgefranst sein? Ich hatte kein Interesse an einer Unterhaltung und bemühte mich, meinen Kopf nicht von der doppelten Scheibe zu wenden. Sie strahlte Kälte aus.

Ein Gespräch riss mich aus meinen Gedanken. Der Grünäugige stand im Gang und sprach gestikulierend mit dem Anzugträger.

„Das ist mein Platz“, sagte er.

„Ist es nicht“, antwortete mein Nachbar. „Hier, bitte, meine Bordkarte.“

„Ja, ich weiß, aber wissen Sie, da sitzt meine Verlobte und wir wollten beim Einchecken zwei Plätze nebeneinander bekommen, aber wir waren so spät dran, dass alles schon belegt war.“

„Und das soll ich Ihnen glauben?“, fragte mein Nachbar und drehte sich zu mir.

„Warum sollte ich mir so etwas ausdenken? Fragen Sie sie doch!“ Er zwinkerte mir zu.

Ich weiß nicht, warum, aber ich spielte mit.

„Ja, es stimmt, was er sagt! Wir standen im Stau  auf der A3, und haben es erst um 12.30 Uhr zum Flughafen geschafft. Der Check-in-Schalter schloss gerade, da haben wir eben die beiden Einzelplätze genommen. Vielleicht könnten Sie die Plätze tauschen?“, fragte ich. „Das wäre wirklich sehr nett von Ihnen!“

„Na meinetwegen. Aber nur ausnahmsweise“, sagte der Anzugträger, rollte genervt mit den Augen und zwängte sich auf den Gang.

„Wo genau ist denn Ihr Platz?“, fragte er meinen Frischverlobten.

„12 B, bitte sehr“, sagte dieser und reichte ihm seine Bordkarte. Er wartete ein paar Minuten, dann rief er dem Anzugträger nach:„Danke, Sie haben uns einen großen Gefallen getan, meine Verlobte hat nämlich Flugangst und erwartet ein Kind!“

„Meine Güte, mussten Sie jetzt noch so extradick auftragen?“, fragte ich meinen neuen Nachbarn als er sich hingesetzt hatte. Ein bisschen sauer war ich schon, so leicht hätte ich es ihm nicht zu machen brauchen.  

„Ja. So ist es lustiger. Gut gemacht, ich wusste, dass ich auf Sie zählen kann. Mein Name ist Richard“, sagte er und lächelte.

„Ich heiße Sofia“, sagte ich. „Warum haben Sie das eben getan?“

„Weil Sie aussehen wie jemand, mit dem man reden kann und das ist sehr selten.“

„Mal sehen“, erwiderte ich. Aber sein Lächeln war umwerfend.

Unser Reiseziel, die Stadt Olbia im Nordosten Sardiniens,  war etwa zweiFlugstunden entfernt und erstaunlicherweise schien er mit seiner Einschätzung Recht zu haben. Wir redeten die ganze Zeit über. Kein Plaudern über Nebensächlichkeiten. Nicht eine einzige Nebensächlichkeit, um genau zu sein. Ich erfuhr, dass er jahrelang Gitarrist in einer drittklassigen Jazzband gewesen war, weil die Auftritte auf Hochzeiten und 60-Jahr-Feiern genug einbrachten um seine Frau und sein Kind zu ernähren. Er habe sich immer als ernst zu nehmender Musiker verstanden, aber der Frau war das Kind wichtiger gewesen als seine Karriere als Rockstar.

„Jeder hat Wünsche und Vorstellungen“ sagte er.“Aber mir ist klar geworden, dass ich ohne meine Träume nicht leben kann. Und um seine Träume zu verwirklichen, muss man an sich glauben, rücksichts- und skrupellos an sich glauben.“

Er fragte mich nach meinem Traum. Ich schluckte. Dann erzählte ich ihm, dass ich seit vier Jahren eine Affäre mit einem verheirateten Mann hätte, der mir verspräche, seine Frau zu verlassen, und dass ich für eine Modedesignerin nähte, die meine Schnitte für teures Geld unter ihrem Namen verkaufte.

„Ich habe weder die Energie noch den Mut oder das Geld, um mich als Modedesignerin selbstständig zu machen.“, sagte ich. „Und ich nehme mir seit Jahren vor, die Affäre zu beenden.“ Er sagte daraufhin nichts Unpassendes. Er sagte gar nichts, sondern legte einfach nur seine Hand auf die meine, und es fühlte sich erstaunlich natürlich an, so als hätte er schon 1000 Mal seine Hand auf  meine gelegt. Wir redeten und redeten, und ich fragte mich, ob das alles nur ein Traum sei. Aber irgendwann schallte es ziemlich real durch den Lautsprecher:  „Wir befinden uns nun im Landeanflug auf Olbia. Bitte klappen Sie die Tische hoch und stellen Sie die Rückenlehne senkrecht.“  

Ich fragte Richard, ob wir uns wiedersehen würden. Er antwortete nicht. Die Hauptsache sei gewesen, dass wir uns kennengelernt und miteinander gesprochen hätten. Mehr könne man nicht forcieren. Das hatte ich nicht erwartet. Wie konnte jemand so viel riskieren, um neben mir sitzen zu können und das Übrige einfach dem Schicksal überlassen? Aber er hatte Recht. Unsere Begegnung war zu perfekt gewesen um im wirklichen Leben bestehen zu können. Hier in diesem Zwischenraum, mit einem Bein im Nichts, konnte man sich vertrauen, ehrlich sein. Aber in der Realität würde unser beider Leben durcheinandergewirbelt werden wie in einem Sandsturm. Unsere Träume und Vorstellungen würden aufeinander prallen, sich verändern und ihre gesamte Energie an die Reibung verlieren. Als wir unsere Koffer durch die Schiebetür zogen - „La Germania e vicina“ prangte auf dem gelben Poster über der Kaffeebar neben uns -  und uns zum Abschied umarmten, wusste ich, dass wir uns nicht wiedersehen würden. Er würde an der Costa Smeralda Rocksongs schreiben und seiner Tochter eine Karte, dann würde er zurück kommen und es wieder mit seiner Frau versuchen, des Kindes und der guten, alten Zeiten wegen. Ich würde schwimmen, essen, die Sonne genießen, im türkisfarbenen Wasser meine Füße betrachten und mich nach der Rückkehr stark und attraktiv genug fühlen, um meiner verheirateten Affäre die Nacht ihres Lebens zu bescheren.     

Aber vielleicht würde alles anders kommen. Vielleicht würde Richard meine Telefonnummer auf der Rückseite der Bordkarte in seiner  Hosentasche entdecken, den Hörer abheben und mich anrufen. Wir würden einen traumhaften Urlaub auf Sardinien verbringen und als echte Verlobte zurück fliegen. Den Hinflug, auf dem wir uns kennen gelernt hatten, würden wir niemals vergessen. Aber das werde ich ohnehin nicht, dachte ich und stieg in den Bus nach Olbia Stadt.    

Wandern und mehr auf Sardinien- ein ungewöhnlicher Urlaub

Sardinien hat nicht nur tolle Strände, auch wildromatische Berge und verschlafenes Hinterland sind zu entdecken. Damit sich keiner verläuft, hier mein Tipp für einen gelungenen Urlaub.

Unbeschreiblich ist der Duft, der einen sofort auf Sardinien umfängt: würzige Kräuternuancen und süßer Duft von den Feigenbäumen, die hier in sonnenverwöhnten Mulden am Straßenrand stehen. Wir werden vom Flughafen Olbia abgeholt und ich kurbele die Fenster ganz runter, um nichts zu verpassen. Eine gute halbe Stunde später sind wir im Camp von Amfibie Treks in einem Pinienwäldchen, wo sich Meeresduft mit dem harzigen Geruch der Pinien verbindet und Kindheitserinnerungen an die Ostsee weckt. Nur ist Sardinien so viel wärmer- ohne Unterlass verwöhnt uns die Sonne und ein laues Lüftchen macht’s angenehm.

Zuerst zum Strand, wo Dutzende Segelboote, Surfboards und Kajaks im weissen Sand liegen. So verlockend die kostenlosen Wassersportangebote sind- erst mal geht’s einfach hinein ins türkisblaue Wasser- und danach geniessen wir das Nichtstun. Denn wir haben ja noch 2 Wochen Aktivurlaub vor uns- obwohl wir gar keine Pauschalurlauber a la Neckermann & Co sind. Doch schon die ersten Eindrücke sind so andersartig, dass wir uns sofort gut aufgehoben fühlen: Keine liegestuhlreservierenden Spießer, keine nervigen Animateure, statt dessen interessantes internationales Publikum und ein freundliches Team.

Wir sitzen abends mit allen zusammen an langen robusten Holztischen und erzählen. Staunen über das Abendmahl aus 3 Gängen, das der Koch vor unseren Augen auf offenem Feuer oder im Steinofen zubereitet. Trinken Wein aus grossen Karaffen und werden freundlich bedient vom Küchendienst, den hier jeder einmal pro Woche machen muß. Untergebracht sind wir in einem Bungalowzelt, das schon aufgebaut und eingerichtet ist- wir sind nur mit Schlafsack angereist. Wir sind mitten in der Natur an einem traumhaften Fleckchen Sardiniens und freuen uns, dass wir nicht eine der teuren Ferienwohnungen gemietet haben.

Hier ist alles so locker und unkompliziert und gesellig- man spürt den Geist der etwas abenteuerlich angehauchten holländischen Betreiber, die im Winter Safaris durch Afrika machen und im Sommer eben dieses Camp in Sardinien.

Am nächsten Tag steht die erste der 4 geführten Wanderungen auf dem Programm. Mit dem Kleinbus werden wir in die Berge von Monte Albo gebracht und laufen zusammen mit ein paar anderen Leuten und ortskundigem Führer los- ab durch die Wildnis. Nichts ausser Blumen, wilden Sträuchern (dieser Duft nach Wacholder schon wieder…), ein paar Ziegen und einer atemberaubenden Fernsicht begleitet uns. Ziemlich k.o. erreichen wir nachmittags das Bergdorf Lode- die Kondition läßt noch zu wünschen übrig. Jetzt ein kühles Bier in der nächstbesten Dorfkneipe, während wir auf unsere Abholung warten. Eine Woche später ist unsere Fitness besser- nur der Muskelkater vom Windsurfen macht die Arme lahm. Bei Stefan, dem sonnengebräunten Surflehrer, geht alles so mühelos- nur ich verzichte nach ein paar Übungsstunden auf ein weiteres Mal und gehe lieber schorcheln.

Wir haben jetzt Freunde aus Italien und Norwegen und der Schweiz. Immer wieder gibt es eine Überrsaschung: Einmal ein großes Buffet, wobei allein an der Dekoration den ganzen Tag gearbeitet wurde. Einmal hat ein befreundeter Fischer, der hier anscheinend immer mal zur Happy Hour auftaucht, frische Sardinien gebracht- die kamen auf den Holzkohlengrill und waren so köstlich, dass ich mich (nicht nur deswegen) noch lange an den Urlaub erinnern werde.

Nein, das ist nicht Club Mediterranee und wir haben keine tausende Euro bezahlt, sondern ca. 30 EUR pro Tag. Mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, allen Getränken, der Happy Hour und allen Aktivitäten. Man kann diesen Urlaub in keinem Reisebüro buchen, aber die Webseite dringend weiterempfehlen: http://www.amfibietreks.de

Für alle, die zwar bei HLX einen günstigen Flug erwischt haben, danach aber auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft auf Sardinien verzweifeln…

Sandstrände, Schotterpisten, Sehenswürdigkeiten

Tag 1: Abflug 9:40 Uhr. Im Gepäck: Badehose, Bikerhose und ein Gel gegen Muskelkater. Normalerweise sitze ich nur lange auf dem Bürostuhl, nun mac…

Tag 1:
Abflug 9:40 Uhr. Im Gepäck: Badehose, Bikerhose und ein Gel gegen Muskelkater. Normalerweise sitze ich nur lange auf dem Bürostuhl, nun mache ich mich mit einer sportlich ambitionierten Gruppe auf den Weg, um Sardinien zu erfahren -  im wahrsten Sinne des Wortes: Zwei volle Tage auf dem Sattel eines Mountainbikes sitzen und bergauf, bergab durchs Naturidyll radeln.

Eine Tasse frischen Kaffe und ein Sandwich später sind wir im Landeanflug auf die zweitgrößte Insel des Mittelmeeres. Sanft schmiegt sich das azurblaue Meer an den sattgrünen Landstrich. Tiefe Schluchten, bizarre Granitformationen und steile Anhöhen lassen ahnen, dass das Muskelkater-Gel eine gute Wahl war.

Unser Shuttle zur Unterkunft macht einen Abstecher entlang des 50 Kilometer langen Küstenstreifens Costa Smeralda, wo sich Nobelvilla an Nobelvilla reiht. Im mondänen Porto Cervo, Mittelpunkt des Costa Smeralda-Tourismus, steigen wir aus und schlendern über den menschenleeren Markt, vorbei an Prada und Gucci, wo noch vor wenigen Wochen noch Bill Gates die Sonne genoss und Naomi Campbell entlang stöckelte - bis zum Hafen. In der Nachsaison ist Sardinien ein guter Tipp für alle, die Ruhe fernab vom Massentourismus suchen.

Unser Domizil, die Shamba Ranch, ist ein gemütlicher Familienbetrieb mit schlichten Apartments und Vierbettzimmern und liegt im Herzen der Gallura zwischen  Bassacutena und Arzachena. Vier Hunden, eine Katze, zwei Pferden, Marco, und seine Frau Domitilla nehmen uns in Empfang. Von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft und den abendrot gefärbten Himmel.

Tag 2:
Wir treten bei 28 Grad in die Pedale, vorbei an gigantische Granitbrocken, Kork – und Mandelbäumen, Olivenhainen, Fenchel und Minze über kaum befahrene Straßen durchs scheinbare Niemandsland. Erster Stopp: am Palazzo di Baldu, einer alten, imposanten Ruine nahe Luogosanto. Im Takt des Kuhglockengeläuts kurbeln wir anschließend auf 350 Meter Höhe zur Eremitenkirche San Trano, von wo aus wir freie Sicht bis nach Korsika genießen.

Nach einer Rundtour durch das Bergdorf Luogosanto und einem Besuch in der Basilica der Madonna Maria, nehmen wir die Abkürzung über einen Schotterweg, um die Federung der Bikes zu testen. Dichte Vegetation zwingt uns hin und wieder zum Absteigen, alles was befahrbar ist, brettern wir mit Speed entlang. Die steile Auffahrt zur Ranch fiel am Vortag kaum auf, erst jetzt nach zwölf Kilometern auf dem Sattel nehme ich sie wahr. Der Körper kocht, die Beine sind schwer, der Schlaf ist so tief und fest wie selten.

Tag 3:
Von der Shamba Ranch geht es talwärts entlang des Flusses Liscia durch unberührte Natur, vorbei an faulen Bullen, trägen Schafen und flinken Geckos. Ab Capannaccia radeln wir in Richtung Palau und von dort aus gelangen wie mit der Fähre zum Inselarchipel La Maddalena, einem Matrosenstützpunkt der Amerikaner. Dementsprechend lebendig ist dort das Hafenleben. Nach weiteren 40 Minuten auf dem Rad sind wir am Etappen-Ziel (Halbzeit), einer einsamen Bucht mit atemberaubenden Strand auf der Nachbarinsel Caprera und gönnen uns eine Abkühlung im smaragdgrünen Meer. Zurück in Porto Pollo geben wir nach rund 50 Kilometern die Räder im Gallura Bike Point wieder ab. Stolz, erschöpft, sonnengebräunt. 

Tag 4:
Abreise Das Wetter ist auch am Tag der Abreise sonnig und warm und erschwert den Abschied. Vor dem Abflug statten wir den „Olivastri Millenari“, 3.-4.000 Jahre alten Olivenbäumen noch einen Besuch ab. Ein echter Geheimtipp. Majestätisch stehen Sie mit Ihrem dichten Blätterkleid unterhalb des Monte Padru und lassen uns dem Atem vor Ehrfurcht stocken. Mit diesem beruhigenden Anblick in Erinnerung heben wir ab in Richtung Heimathafen Hannover.

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