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Archiv für die Kategorie ‘Teneriffa Süd’

Sonnenaufgang auf´n Teide

Heute ist es soweit. Endlich geht die Wanderung auf den Teide los. Seit einer Woche sind wir auf Teneriffa und haben uns ans Klima und an die Höhe gewöhnt.
Die Anmeldung für die Hütte Altavista hat geklappt und alles was wir die nächsten 2 Tage brauchen ist im Rucksack. Der erste Teil des Weges ist leicht für uns alte Wanderer. Die Landschaft ist von karger Schönheit wie überall im Nationalpark.

Die erste Besonderheit, die wir auf dieser Strecke erreichten, waren große Vulkanbrocken, die Eier des Teides. Diese großen Brocken waren bei einem explosionsartigen Ausbruch den Berg herunter gerollt bis hier her in den flacheren Bereich.

Kurz nach den Eiern des Teides ändert sich der Weg. Wir sind bis her in langsamen Tempo (wie im Wanderführer empfohlen) aber stetig die sanften Serpentinen heraufgelaufen. Nun nach ca.1,5 Stunden verlassen wir den breiten Fahrweg. Der zweite Teil des Anstieges der bei ca. 2700m beginnt ,führte uns über steile Serpentinen auf gerölligen Untergrund bis auf 3200m. Mit vielen Trinkpausen sind wir durchgeschwitzt nach ca.1,5 Stunden an der Hütte oder wie die Spanier sagen am Refugio de Altavista. Die Aussicht ist fantastisch. Aber so durchgeschwitzt und dann bei 4°C 1 Stunde warten, das wurde sehr kalt. Das Refugio öffnet erst 18 Uhr. Es kamen sogar einige Engländer in T-Shirts und ohne Jacken nach hier oben. Aber lange hab sie das Warten nicht ausgehalten.

Eine kleine Gruppe von zum Schluß 14 Wanderern (2 Franzosen und der Rest Deutsche) sammelte sich vor der Hütte. Wie schön es war in die warme Hütte zu kommen, kann nur nachvollziehen, wer schon so durchgefroren war. Trotz der vielen Schichten an Pulovern und Jacken hatte mich und die meisten Anderen, die Kälte so eingenommen, das es lange dauert bis einen langsam wieder warm wurde. An Teebeutel hatte ich gedacht,aber je einen für abends und morgens. Wenn einem so kalt ist, schmeckt auch der 3.Aufguß noch. Aber nach dem Abendbrot, Würstchen mit Salat, wurde uns langsam warm. Eigentlich hatte man das Gefühl, die Anderen schon lange zu kennen und es wurde über vieles geplaudert. Wie verabredet gingen alle zur selben Zeit schlafen. Außer einem Waschbecken gabs keine Möglichkeit sich zu waschen und geschlafen wurde auch in einen Raum. Geschlafen habe ich zwar unruhig aber gut. Etwas Angst hatte ich vor der Höhe, man weiß nicht ob man sie verträgt, aber ich habe sie nicht gespührt auch nicht auf dem Gipfel.

Am nächsten Tag klingelte 4.30 Uhr der Wecker und alle waren sich einig, jetzt wird aufgestanden. Erst stärkten wir uns beim Frühstück und dann wurde alles angezogen, was im Rücksack war, denn wir hörten den Wind um die Hütte heulen. Mit uns gingen noch einige der anderen Wanderer , so das sich eine Gruppe von 5 Personen bildete. Vor uns ging noch das französische Pärchen. Es war windig, kalt und dunkel und in einer Gruppe zu gehen, doch sehr angenehm. Mein Mann gab ein langsames Tempo vor und alle folgten. In der Dunkelheit über überfrorene Steine klettern, dabei erschien der Weg uns teilweise endlos. Nach jeden Felsen hofften wir endlich die Bergstation zu erreichen. Manchmal glaubten wir nicht, es bis zum Sonnenaufgang zu schaffen - trotzdem gingen alle weiter. Richtig schwierig wurde es erst nach der Bergstation, eigentlich waren es ab hier nur noch 200 Höhenmeter aber wir waren ab hier auf freiem Gelände und der Wind traf uns mit ca.Windstärke 8. Wir gingen durch Wolken die der Wind nach oben trieb. Die Lufttemperatur war bei -3°C. Das kostete alle Kraft um weiter zu gehen. Jetzt waren alle 7 Wanderer zusammen. Wir kämpften uns auf den Gipfel. 7 Menschen allein auf dem höhsten Berg Spaniens. Der Anblick, der uns oben erwartete, entschädigte für alles. Wir auf einer Höhe von 3718 m, das hatten wir noch nie geschafft und dann der Sonnenaufgang. Können Sie sich vorstellen, wie so ein Erlebnis verbindet.

Sehen Sie sich selbst den Sonnenaufgang an. Die Bilder sprechen für sich.
Aber eine Anmerkung muss ich noch machen, fotografiert habe ich alles in Handschuhen und mit Automatik. Meine Finger waren so steif, das ich die kleinen Tasten nicht mehr bedienen konnte. Die Linse ist mir teilweise überfroren. Der Wind schüttelte einen so stark, das ich Angst hatte kein scharfes Bild zu machen aber ich hatte Glück.

Der Abstieg begann durch Wolken und Wind. Aber von einer auf die andere Minute zog der Himmel auf. Erst jetzt konnten wir die Aussicht und die Strecke genießen (Bergauf war es ja dunkel). Alles war mit Reif überzogen, die Vulkanlandschaft erschien in einer verzauberten Schönheit.

Ich hatte schon von diesem einmaligen Erlebnis gehört und in diesem Urlaub haben ich und mein Mann diesen Berg erleben können. Es ist ein einmaliges Gefühl den Sonnenaufgang auf den Pico de Teide in 3718 m zu erleben. Alle Mühen des Aufstiegs, Kälte und Wind sind bei diesen Anblick vergessen. Pico del Teide wir kommen wieder.

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