Archiv für die Kategorie ‘Schreibwettbewerb 'Säulen der Ewigkeit'’
Paradiesische Aussichten
Während sie ihren Kopf nach rechts drehte, streifte sie Giovannis Augen, die Angst und Freude widerspiegelten. Sarah löste sich von ihnen, guckte nun erwartungsvoll in die angedeutete Richtung und errstarrte im nächsten Augenblick. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Langsam ging sie einen Schritt auf Giovanni zu und nahm ihn bei der Hand, um ihn im sanft zu einem der Häuser zu ziehen. "Hier können wir warten, bis es vorbei ist." Ihre Lippen bebten vor Abenteuerlust. Doch gleichzeitig hatte sie Angst vor dem Unwetter. Khamsin hatten sie es genannt. Sarah war stolz auf Giovanni - hatte er doch der bis eben enttäuschenden Reise einen Sinn gegeben. Nur hundert Meter entfernt tat sich hinter der dicken Wolkenschicht, die sich düster aufgetürmt hatte, ein Paradies auf. Immer breiter wurde der helle Streifen am Horizont, golden von der Sonne angestrahlt. Ägypten. So hatte es sich Sarah vorgestellt: weite Dünen, kraftvolle Tiere, blauer Himmel. Lange Minuten dauerte es, bis der Sturm weg gezogen war. Sarah konnte es nicht abwarten. "Los, komm, Giovanni! Ich will nach Ägypten!" rief sie mit jugendlichem Eifer und rannte los, Richtung Paradies…
Ein Wunsch wird wahr
Bevor Sarah nach rechts blickte, schloss sie abermals die Augen. „Lass es bitte etwas schönes sein!“ sagte sie zu sich selbst. „Lass es etwas sein, das diese unwirkliche Reise lohnenswert macht. Lass es etwas sein, das nichts mit Hitze, Staub oder Zerstörung zu tun hat!“. Langsam öffnete sie ihre Augen und wurde von Überwältigung gepackt. Sie erblickte eine jener gigantischen Tempelanlagen, die sie in ihren Büchern gesehen hatte. Hundert Meter hohe, in beigefarbenen Stein gemeißelte, mächtige Pharaonenstatuen! Sarah vergaß alle Unannehmlichkeiten der Reise, vergaß den schmerzhaften Sand in ihren Augen und ging ganz und gar auf in dem Anblick, der sich ihr bot. Langsam glitt ihr Schiff an der Tempelanlage vorbei. „Giovanni,“ rief sie, „lass uns an Land gehen! Ich muss mir das aus nächster Nähe ansehen.“. Und Giovanni wusste, einer Frau wie Sarah sollte auch ein erfolgreicher Schatzsucher nicht widersprechen …
Die Feluke
Der Himmel verdunkelte sich abermals. Diesmal war es aber eine schwarze Wolke, die die Sonne verdeckte und kein Sandsturm. Sarah zitterte. War es die plötzlich einsetzende Kühle oder ein Schaudern ob der unheimlichen Kulisse? Nahezu lautlos drängte sich eine Feluke an ihrem Schiff vorbei. Sechs Augen sahen hinter den Segeln hervor und fixierten Sarah. Nie zuvor hatten diese Männer eine blonde Frau gesehen. Sarah klammerte sich an Giovanni. „Halt mich fest,“ flüsterte sie, „mir ist unwohl!“. Giovanni beruhigte sie. „Fürchte dich nicht. Junge, hübsche Engländerinnen bekommt man hier nicht alle Tage zu sehen.“
Fluten des Nils
Ein großer Schreck durchfuhr die junge Frau als sie Giovannis Blicken folgte. Ein Kadaver schwamm an ihnen vorbei. Zunächst konnte Sarah nicht erkennen, was es war. War es eine abgemagerte Kuh? Ein ausgemergeltes Pferd? Ein Kamel? Angewidert und doch fasziniert folgten Sarahs Augen dem tierischen Leichnam auf seinem Weg durch die sanften Fluten des Nils als das Tier plötzlich mit einem heftigen Ruck hinuntergerissen wurde und sich das Wasser dunkelrot färbte. Dann sah Sarah ein langes olivgrünes Maul mit blutverschmierten, messerscharfen kleinen Zähnen. Ein Krokodil vertilgte den Kadaver. Sarah wurde übel. So schauerlich hatte sie sich das Land ihrer Träume nun wirklich nicht vorgestellt.
Der Schrei des Falken
Der neu aufkommende Sturm blies Sarah den rötlichen Sand so stark in das blasse, zierliche Gesicht, dass sie ihre Augen zunächst nicht offen halten konnte. Doch sie hörte, was Giovanni ihr zu zeigen versuchte. Sie vernahm den Schrei eines Falken! „Ein Falke, der Himmelsgott Horus!“ brach es aus der sonst so zurückhaltenden jungen Frau heraus. Mit aller Energie kämpfte sie gegen den ‚Atem des Teufels’. Schließlich gelang es ihr, einen Blick auf den königlichen Vogel zu werfen und plötzlich wich ihre Enttäuschung über das armselige Bild, welches ihr Ägypten bisher bot. Plötzlich spürte sie wieder diese Passion für ihr Traumland – das Land der Pharaonen. „Horus,“ dachte sie „welches Schicksal magst du mir wohl verheißen?“.
Ein Traum ?
…dort auf der gegenüberliegenden Seite war schwach eine Stadt zu erkennen, es musste eine grosse Stadt sein doch nach den Karten die Giovanni fest in seinen Händen hielte und sie fast zerschriss war keine zweite Stadt aufgezeichnet nur die, und schon haten sie wieder die Hände vor den Augen der Sand biss so schrecklich! Sie standen da und rieben sich die Sandkörner aus den Augen, sie taten ihnen so weh und doch öffneten Sie die Augen wieder erkannten sie eine mysteriöse Stadt die sich wie aus Sand geformt dem horizont entgegen erhob eine Stadt die noch nie da war, als Giovanni mit einem Kohlensift auf seine Karten ein X auf die Stelle wo sie die Stadt sahen machen wollten, erklang aufeinmal eine sonderbare Melodie die beiden schliefen ein…. und ? Als sie erwachten war mitlerweille Abend geworden und wo sie hinsahen . überal Wüste ob sie wohl geträumt hatten ???
Schreibwettbewerb
Sarah strarrte angestengt auf den Fluss. Zuerst sah sie nur eine graue undurchdringliche Suppe. Plötzlich lüftete sich der Schleier. Sarah sah kurz etwas weißes aufblitzen. Auf den ersten Blick dachte sie an ein aufgeblähtes Bettlaken, das wie von schwerer Kraft gezogen wieder unter der Oberfläche des Flusses verschwand. Da tauchte es wieder auf, direkt am Bug. Sarah schrie auf. Sie erkannte eine männliche Leiche. Sie trieb mit dem Kopf nach unten. Im Rücken stecke ein Krummschwert, das Sarah auf den ersten Blick seltsam bekannt vor kam.
…..
Zwei treue Begleiter
Ob der Hitze jede unnötige Bewegung vermeidend, folgten Sarahs Augen langsam Giovannis Wink, als sie plötzlich erschrak - und spontan nicht wusste, worauf sie ihr Augenmerk zuerst legen sollte, mithin lachen oder weinen sollte.
Am Ufer erkannte sie eine Vielzahl von Kindern, die sich in Fahrtrichtung fortbewegten und heftig herüberwinkten. Doch konnte sie sich schon vorstellen, was die armen Kinder von den reichen Neuankömmlingen wollten. Sie waren sicherlich nicht auf spannende Geschichten von der Überfahrt aus - vielmehr erhofften sie sich Geld für eine Mahlzeit. Das war es, was sie traurig stimmte.
Doch es gab etwas, das sich zwischen ihr Schiff und das Ufer gesellt hatte und dem es gelang, Sarahs Stimmung erstmals nach vielen Tagen wieder etwas aufzuhellen. Dort im seichten Meer tollten zwei neckische Delphine, sie jagten sich gegenseitig und sprangen bei ihren Spielen stets hoch in die stechend heißen Lüfte.
Das brachte Sarah ins Träumen, es schien als sei es den Tieren tatsächlich gelungen, ein Quäntchen Glück an Sarah abzugeben.
Sie war so versunken in ihre Gedankenwelt, dass sie gar nicht mehr mitbekam, wie Giovanni sie wieder unter Deck schob; der zurückkehrende Sturm war kaum auszuhalten.
Doch Sarah war noch nicht bereit, der Realität von Alexandria wieder in die Augen zu sehen - und Giovanni gönnte ihr die Auszeit.
Dilara und Moseh
Dort, ein paar Meter vor ihnen stand eine kleine, uralte Frau und schaute auf Sarah. Sarah erwiderte den Blick und die beiden sahen sich an. Es war fast, als gäbe es ein unsichtbares Band zwischen ihnen. Die alte, runzelige Frau kam Sarah seltsam vertraut vor.
Plötzlich gab es eine besonders heftige Sandböe. Der Sand fuhr Sarah beißend in die Augen und als sie wieder aufsah war die alte Frau verschwunden.
„Was war das?“ fragte sie Giovanni. „Sie kam mir so seltsam bekannt vor, dabei bin ich mir sicher sie noch nie zuvor gesehen zu haben.“
„Ich weiß es auch nicht“, antwortete Giovanni. „In jedem Fall sollten wir lieber wieder zurück auf das Schiff und warten bis der Sandsturm endgültig vorbei ist.“
Der Sandsturm peitschte immer noch über das Land. James fluchte. Er hatte sich schon ein Tuch vor den Mund gebunden, aber es war fast nutzlos. Wie tausend kleine Nadelstiche prasselten die feinen Sandkörner auf die Haut. Er hatte Giovanni versprochen noch einmal nach der alten Frau zu sehen, ansonsten wäre er in dem Sturm sicher nicht noch einmal von Bord gegangen.
James war fast wieder an der gleichen Stelle angekommen an der zuvor die alte Frau gesehen hatten. Der tanzende Sand verdunkelte zwar den Himmel, aber er war sich sicher es war die richtige Stelle. Er ging noch ein paar Meter weiter, da sah er es. Es war eine Lücke zwischen 2 Gebäuden. Dorthinein musste die alte Frau verschwunden sein.
James schaute sich noch einmal in der Gasse um und trat dann in den schmalen Gang. Hier war es zwar noch etwas dunkler, aber wenigstens auch nicht so windig. Er war erst ein paar Schritte zwischen den Häusern gegangen, als er etwas hörte. Es klang wie Gesang. Nur leise und wegen dem tobenden Sturm kaum zu hören, aber es klang wie eine Frau.
James ging langsam weiter und der Gesang wurde lauter. Er erreichte einen Türeingang zwischen den Häusern. Das singen war nun deutlich zu vernehmen. James drückte sich flach an die Wand und versuchte durch den Eingang zu schauen. Eine Tür gab es hier nicht, nur den gemauerten Türeingang. Dahinter war ein Raum, mit Teppichen behangen und von einer Kerze spärlich beleuchtet. In dem Raum, möglicherweise war es in Ägypten so etwas wie das Wohnzimmer, saß die alte Frau mitten auf einem wunderschönen großen Teppich und sang. Sie hatte eine Büste vor sich auf dem Boden liegen und James konnte erkannte plötzlich wer mit der Büste dargestellt war. Er erstarrte. James wollte seinen Augen nicht trauen. Es war Sarah!
Wie kam die alte Frau an eine Skulptur von Sarah? Konnte jemand etwa so schnell und ganz ohne Modell eine Büste herstellen? Das war unmöglich und außerdem sah das Ding irgendwie alt aus. Es schien aus einem Block Stein gefertigt zu sein.
James wollte nur noch so schnell wie möglich zurück auf das Schiff. Er musste Giovanni davon berichten und gemeinsam könnten sie überlegen was weiter zu tun wäre. James drehte sich abrupt um und stand plötzlich vor einem kleinen ägyptischen Jungen. „Hallo Mister“, sprach der ihn in perfektem Englisch an. „Wir haben schon auf sie gewartet! Kommen Sie, wir erklären ihnen alles. Sie haben doch bestimmt Durst nach dem ganzen Sand. Kommen Sie!“ James war verblüfft und sprachlos. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte und lies sich von dem Jungen in den Raum führen.
Die alte Dame sah auf und hört sofort auf zu singen. Sie sprang erfreut auf, rief etwas auf arabisch und griff nach James Hand. Immer wieder zog sie aufgeregt daran, sie wollte wohl das er sich setzt. James kam ihrem bitten nach und setzte sich neben die Büste.
Die Frau rief dem Jungen etwas auf arabisch zu und er verschwand hinter einem Teppich in einen Nebenraum. Sekunden später war er schon wieder da und hatte ein Tablett mit Tee in der Hand. „Ich übersetze ihnen“ sagte der Junge und die alte Dame fing an auf arabisch zu erzählen.
Sarah und Giovanni konnten kaum glauben, was James ihm da erzählte. Um 6Uhr früh war er wieder auf dem Schiff eingetroffen und hatte sie sofort geweckt.
„Ich kann es nicht fassen, das sie wirklich glaubt ich wäre ihre wiedergeborene Tochter“, sagte Sarah. „Die Ägypter glauben sehr stark an die Wiedergeburt und für sie ist es etwas völlig natürliches. Vielleicht sollten wir tatsächlich nicht die Augen vor solchen Dingen verschließen. Nur, weil wir es aus unserer Kultur nicht kennen, muss es ja nicht falsch sein.“, erwiderte Giovanni. „Ja, Du hast sicherlich Recht“, antwortete Sarah, „Und es wäre natürlich auch eine Erklärung, warum ich mein ganzes Leben immer von Ägypten geträumt habe“, sagte sie nachdenklich. „Wir sollten zu ihr gehen und uns auch noch einmal alles erklären lassen.“
„Sie würde sich sehr freuen, wenn ihr sie besucht“, erwiderte James. „Sie wünscht sich nichts sehnlicher als Dich zu sehen und Dir Dein Land zu zeigen.“
Die drei gingen zu der alten Dame, die, wie sie nun wussten Dilara hieß und Moseh, ihrem Urenkel und ließen sich alles erklären.
Sie hatten ganze 3Tage mit Dilaras Familie in Alexandria bevor sie wieder aufbrechen mussten um das Erbe der Pharaonen zu finden. Für Sarah war es die bisher schönste Zeit in ihrem Leben und sie versprach, einmal wieder nach Alexandria zu kommen. Sie hatte doch das Gefühl, das an der Wiedergeburt etwas wahres sein könnte.
Der Angriff
… "tja, scheint so, als ob uns dieser Sturm die schöne Aussicht nehmen will. Mach dir nichts draus, irgendwann muss das ja aufhören. "Sarah grummelte leicht verstimmt vor sich hin und überlegte, wie sie sich wohl die nächsten Stunden oder vielleicht sogar Tage beschäftigen sollte, bis die Natur sich beruhigt hat. "Ich will ja nicht rum heulen, aber langsam hab ich das Gefühl, das wir hier im Sand ersticken." James stimmte ihr zu und schlug vor, die ungeschützte Reling zu verlassen und unter Deck die nächsten Schritte zu planen. Gemeinsam kämpften sie sich durch den heulenden Sandsturm zurück zur Treppe.
Die Naturgewalten hatten innerhalb weniger Minuten dermaßen an Wucht zugenommen, das eine weitere Unterhaltung ohnehin unmöglich war. Bedingt durch die Flucht vor dem infernalischen Tosen bekam die kleine Gruppe nicht mit, das sich die Sandmengen auf dem Schiff auf eine äußerst beunruhigende und unnatürliche Art langsam zu einer amorphen Form bildeten. Währenddessen steuerten Sarah und James den Mannschaftsraum des Schiffes an. Giovanni dagegen zog es vor, ein wenig in seiner Kajüte zu bleiben und Kraft für die nächsten Tage zu sammeln. "Was hältst du davon, wenn wir den Captain fragen, ob er vielleicht eine Wetterprognose für die nächsten Tage in Petto hat?" "Das ist DIE Idee des Tages, James!" freute sich Sarah und bekam in Vorfreude auf eine kleine Ablenkung schon wieder bessere Laune.
In diesem Augenblick knallte etwas mit brachialer Gewalt an die Schiffswand und warf Sarah und James brutal zu Boden. Das gesamte Schiff wurde wieder und wieder erschüttert, sämtliche Gegenstände flogen unkontrolliert durch den Raum. Sarah schrie auf und versuchte Schutz unter dem großen Tisch zu suchen, um sich vor herumfliegendem Geschirr zu schützen. "Pass auf James, die Kanne …" versuchte Sarah noch zu warnen, da bekam James, der wieder halbwegs auf den Beinen war, schon die schwere Thermoskanne an die Schläfe und brach bewusstlos zusammen. Kurz darauf explodierten die Bullaugen im Mannschaftsraum mit einem infernalischen Krachen und unzählige scharfe Splitter sirrten durch die Luft.
Urplötzlich war es fast schmerzhaft still. Die Luft roch leicht elektrisch und Sarah merkte, wie sich Ihre Nackenhaare aufstellten. Sie kroch auf allen Vieren zu James um ihm zu helfen, als sie ein bösartiges Fauchen herumwirbeln liess. Mit hervorquellenden Augen starrte Sarah auf die herein schiessenden Sandmassen, die mit gewaltiger Kraft sämtliche Gegenstände des Raumes zerstörten und sich dann völlig unerwartet zu einer fast meterdicken schlangenartigen Form manifestierten. Vor Entsetzen wie gelähmt, beobachtete Sarah hilflos, wie sich die Form verdichtete und sich dann langsam in Ihre Richtung drehte. Ein ansteigendes, schrilles Fiepen riss Sarah endlich aus ihrer Lähmung, sie sprang auf und begann zu rennen. Völlig panisch schrie sie um Hilfe, als sie nach wenigen Metern plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter spürte …
.. der Wecker piepte penetrant und undeutlich erkannte Sarah über ihr James besorgtes Gesicht. "Alles klar mit dir?" fragte er vorsichtig, "du hast wie verrückt im Schlaf geschrien …"
Die Gärten von Farouk
Sarah sah angestrengt in die Richtung, die Giovanni ihr gewiesen hat, sah aber nichts außer immer dichter werdenden Sand.
Plötzlich riss jedoch die Sandwand auf und gab den Blick frei auf das römische Stadtzentrum und das hellenistische Haupttor im Osten.
Hätte der heisse Sturm nicht schon das Atmen unmöglich gemacht, spätestens dieser Anblick hätte Sarah atemlos staunen lassen.
Der Blick lag frei zu den El-Muntazh-Gärten. In märchenhaftem Ambiente aus reichen Gärten und luxuriösen Palmen, konnte Sarah die Sommerresidenz von Farouk, des einstigen Königs von Ägypten, erkennen.
Das war das Land, von dem sie schon immer geträumt hatte!
Nach wenigen Augenblicken aber, die Sarah genügten Ihren Wunsch zu festigen, wurde die Sicht wieder durch dichten Sand verborgen. Sarah wusste, dass aber auch die Sandstürme ein Gesicht Ägyptens waren, die vieles verborgen hielten. Ihre Neugierde auf das Endecken der Geheimnisse wurde immer stärker.
(Ich will ja nicht den ganzen Roman schreiben, also höre ich hier auf. )
Samum,der Sandsturm
und da war er auch schon:Samum,so wird er auch genannt. Der trocken staubige, brennend heisse Sandsturm aus der Sahara.Samum,ein kraftvoller Name,ein Name der einen an ägyptische Pharaonen erinnert. Samum,der mehrere Kilometer in die Atmosphäre getragen wird und dabei die Sonne verdunkelt, der einem die Luft aus den Lungen entreisst und der Milliarden Tonnen Sand hinwegbläst . Nicht im Traum hatten die drei jetzt noch daran gedacht,dieser Naturgewalt noch einmal so so ausgesetzt zu werden,aber nun waren sie mittendrin in diesem Schlamassel,ohne Schutz vor diesem übermächtigen Ungetüm. Sie erstarrten, und wussten gleichzeitig,dass es dieses mal keinen Ausweg mehr für sie geben würde. So blieben sie wo sie waren und erwarteten ihr Schicksal.
Säulen der Ewigkeit
Eine riesige Wand verdunkelte fast den gesamten Horizont. Als hätte Seth, der Gott der Wüste, persönlich seine Hand gegen sie erhoben. Die ersten Ägypter zogen sich bereits unter Deck zurück. Auf Intervention von Giovanni wurde dann aus allen verfügbaren Decken und Kissen eine Art Windschutz gebaut, welche immerhin ein wenig vor der Sanddusche schützte, die auf sie herunter prasselte. Nur die Hitze war fast unerträglich. Dennoch mussten sie fast die ganze Nacht hier unten im Dunkel verharren, bis der Spuk endlich vorüber war und sich der Sturm endlich gelegt hatte. Es schien, als wäre Osiris zumindest diesmal, über seinen Bruder siegreich gewesen…
“Wer zuletzt lacht …”
… Sarah folgte niedergeschlagen Giovanni’s Blick, ständig bemüht möglichst wenig heißen Sand in die Augen zu bekommen. Erfolglos versuchte sie durch den erneut anschwellenden Sturm einen Blick auf die Häuserreihen am Hafen zu bekommen und erstarrte plötzlich. "Wie, was um alles in der Welt kann …" stammelte Sie fassungslos. "Das kann unmöglich sein!"
Sie versuchte die aufkommende Panik zu unterdrücken und die Situation wissenschaftlich zu analysieren. Alamiert durch ihre Reaktion versuchten nun auch Giovanni und James mehr durch das sandige Inferno zu erkennen.
"Was soll denn da sein? Ich sehe nur Bruchbuden und Sand, was ist denn los?" "Da war, da war gerade eine riesige …" "… ach ich weiss auch nicht. Mir geht wohl die Fantasie durch, dieser elendige Sandsturm macht mich absolut fertig. "Nun sag schon" lachte Giovanni. "Hast du eine sandige Fata Morgana gesehen, oder was?"
Verärgert über sich selbst, drehte sie sich abrupt um und wollte gerade die Reling verlassen, als nun auch James aufschrie und wild auf die rechte Seite des Hafens gestikulierte. "Nein, jetzt sehe ich es auch, das KANN NICHT sein." Sarah eilte wieder zurück, drängte sich an Giovanni vorbei - hektisch bemüht, das Gleichgewicht zu halten - und gleichzeitig die wehenden Haare aus dem Gesicht zu bekommen.
Völlig unvermittelt verlor sie auf dem rutschigen Deck die Kontrolle und schlitterte auf das harte Geländer zu. Gerade noch rechtzeitig schnellte Giovanni’s Arm nach vorn und bekam sie an der Hand zu fassen. Wütend und erleichtert zugleich wollte sie gerade ein Danke herauspressen um dann festzustellen, das James Mundwinkel verdächtigt zuckten. Kurz drauf brüllte er vor Lachen und gackerte schadenfroh: "April, April, der Sand macht was er will! Sorry, war nur ein Spaß, ich konnte nicht anders!"
Fassungslos stierte Sarah James an und überlegte ernsthaft, ihn kurzerhand über die Reling zu stoßen. Giovanni konnte sich nun auch nicht mehr zurückhalten und fiel in das Gelächter mit ein. "Blödmänner, sehr witzig, wirklich sehr witzig, ich könnt’ mich auch totlachen. Aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!" Sie stieß James unsanft vor die Brust und verliess wutschäumend das Deck. Nach einem letzten Blick auf die immer noch Tränen lachenden Männer riss sie die Tür zu Treppe auf und knallte sie hinter sich zu.
"Da ihr ja gerade so viel Spaß habt, könnt ihr die Aussicht ja noch ein bisschen geniessen." Und schloss die Tür hinter sich ab …
Säulen der Ewigkeit
Ein dicker Schwaden, beladen mit Sand, wälzte sich auf das Schiff zu. Schon brachte der Wind die ersten Körner, die wie Nadeln in die Haut stachen. "Es wird Zeit, nach unten zu gehen" rief Giovanni, "sonst verwandeln wir uns alle in Sandstein-Figuren".
Aber Sarah hatte sich schon ihr Schultertuch über den Kopf gezogen und lief hastig die schmale Treppe hinunter. Dabei verhakte sich ihre Sandalette im Bodenbelag und sie stürzte mit dem Kopf an die geschlossene Decktür. Benommen blieb sie liegen, bis die beiden Männer ihr aufhelfen und sie in das Innere des Schiffs ziehen konnten. "Brauchst du einen Arzt? Bist du verletzt?" sorgte sich Giovanni. "Nein, nein, alles in Ordnung! Ich bin nur etwas benommen. Am besten, ich lege mich eine Weile in die Kabine. Bis zum Dinner bin ich wieder fit." Sarah ließ sich von den beiden zu ihrer Kabine begleiten, nicht ohne nochmals zu betonen, dass es ihr gut geht.


